Defektes Rohloff-Lager – Improvisation auf dem Weg nach Jakarta
Am heutigen Morgen stand ich früh auf, denn ich möchte mich wieder am Sonnenaufgang orientieren, um möglichst viele Kilometer vor der größten Hitze des Tages zurückzulegen. So war ich bereits um 6:30 Uhr unterwegs.
Es ging über die stark befahrenen Straßen Javas. Ständig musste ich darauf achten, dass mich die Lkw nicht zu dicht überholten und ich nicht in Schlaglöcher oder über beschädigte Straßenabschnitte fuhr. Ehrlich gesagt hatte ich erwartet, dass die Straßen hier etwas besser ausgebaut wären. Zwar wird vielerorts ausgebessert, doch dadurch entsteht eher ein Flickenteppich aus unterschiedlich altem Asphalt als eine wirklich gute Fahrbahn.
An solchen Tagen passiert unterwegs oft gar nicht so viel. Ich fahre durch unzählige Ortschaften, komme an zahllosen Moscheen und Motorradwerkstätten vorbei und trete einfach Kilometer für Kilometer in Richtung meines Ziels. Mittags gab es wie so oft Reis mit Ei, Tempe und Gemüse. Ab etwa 11 Uhr wurde die Hitze wieder spürbar anstrengender. Zum Glück hatte ich durch den frühen Start zu diesem Zeitpunkt bereits einige Kilometer geschafft.
Als ich nur noch rund zehn Kilometer von meiner Unterkunft entfernt war, bemerkte ich plötzlich eine starke Unwucht im Hinterrad. Zunächst vermutete ich, dass sich – wie schon einmal – das Felgenband durchgearbeitet hatte und nun den Reifen beschädigte. Vorsichtig fuhr ich die letzten Kilometer bis zur Unterkunft weiter.
Dort begann ich sofort mit der Fehlersuche. Schnell stellte sich heraus, dass nicht der Reifen das Problem war, sondern die Rohloff-Nabe. Das Lager, das sich seit Beginn meiner Zeit in Indonesien zunehmend gelockert hatte, war nach rund 2.000 Kilometern endgültig verschlissen.
Nach Rücksprache mit Max vom Radelmal fuhr ich zu einem einfachen Fahrradladen. Glücklicherweise hatten sie genau die passenden Teile – eine Felge, Achse und Speichen. Gemeinsam mit Max entschieden wir, diese einzubauen. Der Besitzer der Werkstatt machte sich sofort an die Arbeit und hatte das Laufrad etwa zwei Stunden später fertig aufgebaut.
Für gerade einmal 23 Euro konnte ich das neue Laufrad abholen und wieder einbauen. Allerdings funktionierte die Rohloff-Schaltung damit nicht mehr. Mir blieben nur noch ein Singlespeed-Antrieb und die Vorderradbremse – die Hinterradbremse war ebenfalls außer Funktion.
Nun bleibt mir nichts anderes übrig, als zu hoffen, dass ich mit dieser improvisierten Lösung die verbleibenden rund 820 Kilometer bis Jakarta noch bewältigen kann. Nach diesem unerwarteten Stress fiel mir am Abend dennoch ein Stein vom Herzen. Zumindest war ich wieder fahrbereit.










