Tag
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Fährchaos, Platten und Ankunft auf Lombok

Am heutigen Morgen machte ich mich nach einem leckeren Frühstück wieder mit dem Fahrrad auf den Weg. Es war mein dritter Tag auf der Insel Sumbawa. Mein Ziel war es, unbedingt die Mittagsfähre nach Lombok zu erreichen. Deshalb fuhr ich die rund 90 Kilometer bis zum Fährhafen zügig und legte nur kurze Pausen ein.

Die Strecke führte größtenteils mit wenigen Anstiegen durch die hügelige Küstenlandschaft. Immer wieder bot sich ein wunderschöner Blick auf das glasklare Meer. Plötzlich fuhr ich jedoch durch eine riesige Rauchwolke. Kurz darauf sah ich, dass neben der Straße ein großes Feld lichterloh brannte. Ich war mir nicht sicher, ob das Feuer absichtlich gelegt worden war – hier werden Felder häufig kontrolliert abgebrannt – oder ob es außer Kontrolle geraten war. Beobachtet wurde das Feuer jedenfalls von niemandem.

Bei der großen Hitze legte ich immer wieder kurze Stopps an kleinen Supermärkten ein, um mir mit kalten Softdrinks etwas Erfrischung zu verschaffen. Die letzten zehn Kilometer bis zum Hafen hatte ich dann auch noch kräftigen Gegenwind.

Am Hafen von Pototano kaufte ich mir direkt bei einem lokalen Verkäufer ein Fährticket. Wahrscheinlich zahlte ich als Tourist etwas mehr als nötig, doch ich wollte die Fähre auf keinen Fall verpassen. Da heute Sonntag war, warteten bereits unzählige Motorroller darauf, auf die Fähre zu gelangen.

Genau in dem Moment, als ich dem Kontrolleur mein Ticket zeigte, passierte das Unglück: Die gesamte Luft entwich schlagartig aus meinem Hinterreifen. Ich wusste bereits, dass der Reifen langsam Luft verlor und hatte ihn in den letzten Tagen immer wieder nachgepumpt. Dass er nun jedoch komplett platt war – ausgerechnet beim Auffahren auf die Fähre – hätte kaum ungünstiger sein können.

Vorsichtig schob ich mein Fahrrad auf die Fähre und achtete darauf, die Felge nicht zu beschädigen. Kaum an Bord angekommen, suchte ich mir eine ruhige Ecke und begann sofort mit der Reparatur. Ich baute das Hinterrad aus, zog den Schlauch heraus und stellte fest, dass das Loch genau an derselben Stelle lag wie beim zuvor gewechselten Schlauch. Also musste sich noch etwas im Mantel befinden. Tatsächlich entdeckte ich ein kleines Metallstück, das sich tief in den Reifen gebohrt hatte. Ich entfernte es, setzte einen neuen Schlauch ein und baute alles wieder zusammen.

Gerade als ich die letzte Packtasche befestigt und den Reifen aufgepumpt hatte, öffnete sich die Bugklappe der Fähre wieder – obwohl wir noch keinen Meter gefahren waren. Die Fähre hatte offenbar einen technischen Defekt, und alle Fahrzeuge mussten auf eine andere Fähre umgeladen werden.

Zum Glück war ich mit der Reparatur gerade fertig geworden. Hätte ich mein Fahrrad noch auseinandergebaut gehabt, wäre das ein ziemliches Chaos geworden. Nun mussten zunächst alle Autos und LKWs rückwärts aus der defekten Fähre herausfahren und anschließend vorwärts in die Ersatzfähre hineinfahren. Dieser Vorgang zog sich gefühlt ewig hin.

Schließlich konnten wir doch noch ablegen. Nach rund drei Stunden Überfahrt erreichten wir pünktlich zum Sonnenuntergang die Insel Lombok.

Eine Unterkunft hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gebucht. Die günstigen Unterkünfte waren über die Buchungsportale bereits ausgebucht. Also machte ich mich am Abend auf die Suche. Die erste vielversprechende Unterkunft war ebenfalls voll belegt. Da ich mittlerweile einfach nur noch müde war und endlich etwas essen wollte, vermittelte mir der Besitzer freundlicherweise eine etwas hochwertigere Unterkunft direkt nebenan.

Mit 14 Euro war sie zwar teurer, als ich eigentlich ausgeben wollte, aber ich hatte kaum eine Alternative. Dafür gab es dort sogar einen Pool. Am Abend sprang ich noch kurz ins Wasser und genoss die angenehme Atmosphäre. Besonders beeindruckend war der freie Blick im Mondschein auf den mächtigen Vulkan Mount Rinjani – ein wunderschöner Abschluss dieses ereignisreichen Tages.

Besonders nett war auch der Sohn des Unterkunftsbesitzers. Er brachte mich mit seinem Motorroller noch zu einem kleinen Essensstand und anschließend zum Supermarkt, da die Unterkunft etwas außerhalb lag. Danach kehrte ich zurück, aß mein Abendessen und fiel schließlich erschöpft, aber zufrieden ins Bett.