Zwei Tage auf den Komodo-Inseln beginnen
Am heutigen Morgen packte ich meine Sachen, denn für die nächsten zwei Tage hatte ich eine Bootstour durch die Komodo-Inseln gebucht. Glücklicherweise konnte ich mein Fahrrad und meine Fahrradtaschen für die Nacht sicher in meinem Homestay unterstellen. Nach einem leckeren Frühstück mit Pancakes wurde ich bereits von einem Fahrer der Bootsgesellschaft abgeholt. Gemeinsam mit einigen weiteren Touristen, die unterwegs eingesammelt wurden, ging es zum Hafen.
Dort brachte uns ein kleines Beiboot zu unserem eigentlichen Schiff, auf dem wir die kommenden zwei Tage verbringen würden. Nach einem kurzen Briefing legten wir auch schon ab und verließen den Hafen.
Unser erster Stopp führte uns zu einem traumhaften Strand. Zunächst wanderten wir auf einen kleinen Hügel hinauf und wurden mit einer spektakulären Aussicht über das glasklare Wasser, die Korallenriffe und die umliegenden Inseln belohnt. Anschließend ging es zum ersten Mal ins Wasser zum Schnorcheln. Direkt in Ufernähe konnten wir mehrere kleine Riffhaie beobachten. Als ich jedoch etwas näher an die Korallen schwamm, wurde ich plötzlich von einem kleinen Fisch attackiert und leicht gezwickt. Das war mir zuvor noch nie passiert. Etwas überrascht zog ich mich wieder von den Korallen zurück. Offenbar verteidigten die Fische dort sehr konsequent ihr Revier.
Danach steuerten wir einen weiteren Schnorchelspot an. Dort erwartete uns eine faszinierende Unterwasserwelt mit unzähligen bunten Fischarten und mehreren Meeresschildkröten, die elegant zwischen den Korallen glitten. Solche Begegnungen unter Wasser sind jedes Mal aufs Neue etwas ganz Besonderes.
Anschließend ging es weiter zu einer Insel, auf der wir endlich die berühmten Komodowarane beobachten konnten. Gemeinsam mit einem Ranger liefen wir durch das Schutzgebiet und entdeckten mehrere dieser beeindruckenden Tiere. Da gerade Paarungszeit war, waren die Warane besonders aktiv und dadurch gut zu beobachten. Besonders spannend war außerdem, dass gerade ein Filmteam der BBC vor Ort war und die Auswilderung einiger Komodowarane filmte.
Während der Führung zeigte uns der Ranger auch die Nester der Tiere und erklärte viel Wissenswertes über ihre Lebensweise und den Schutz dieser einzigartigen Art. Plötzlich stand sogar ein gewaltiger Wasserbüffel direkt vor uns auf dem Weg. Mit seinen riesigen Hörnern wirkte er mindestens genauso beeindruckend wie die Warane selbst.
Zum Abschluss besuchten wir noch ein kleines Museum, das die Schutzmaßnahmen für die Komodowarane und die Natur des Nationalparks anschaulich erklärte.
Am Abend fuhr unser Boot weiter zu einem Mangrovenwald. Gemeinsam mit rund 60 weiteren Booten warteten wir dort auf ein ganz besonderes Naturschauspiel. In den Mangroven verbringen riesige Flughunde den Tag, bevor sie bei Sonnenuntergang zu Tausenden Richtung Flores aufbrechen, um dort nach Nahrung zu suchen. Als die Dämmerung einsetzte und unzählige der riesigen Fledermäuse den Himmel füllten, bot sich ein beeindruckendes Bild.
Während die Sonne langsam unterging und den Himmel in warme Farben tauchte, gab es einen leckeren Snack mit gerösteten Bananen und frisch gepresstem Saft aus exotischen Früchten. Anschließend wurde das Abendessen serviert.
Danach beschlossen wir als Gruppe spontan, Karaoke zu singen. Ich motivierte die anderen mitzumachen, und schon nach kurzer Zeit sangen wir gemeinsam bekannte Lieder, tanzten zu indonesischer Musik und versuchten uns an traditionellen Tanzbewegungen. Die Stimmung war einfach großartig. Alle lachten, tanzten und hatten sichtlich Spaß.
Als schließlich alle verschwitzt und müde waren, ging ich noch kurz duschen und zog mich anschließend in meine Kajüte zurück. In der Nacht schaukelte das Boot zwar ordentlich auf den Wellen, doch das störte mich überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil – nach diesem erlebnisreichen Tag schlief ich schnell und zufrieden ein.












