Über die Hochebene bis in den Regen – Ankunft in Lembor
Am heutigen Morgen hieß es für mich wieder früh aufstehen. Schon beim Blick auf das Höhenprofil wusste ich, dass ein anstrengender Tag vor mir lag. Kaum hatte ich den Ort verlassen, in dem ich übernachtet hatte, begann auch schon der erste lange Anstieg.
Vor mir lagen rund 1.300 Höhenmeter auf 30 Kilometern. Glücklicherweise war die Steigung mit etwa sechs Prozent relativ konstant, sodass ich meinen Rhythmus finden konnte. Es war genau die Art von Anstieg, die zwar Kraft kostet, sich aber angenehm fahren lässt, ohne ständig an die Belastungsgrenze zu gehen.
Nach etwa vier Stunden erreichte ich schließlich die Passhöhe und kam in Ruteng an. Dort gönnte ich mir zunächst eine ausgiebige Mittagspause in einem kleinen Restaurant. Ich stärkte mich mit einer warmen Mahlzeit, kaufte noch einen Softdrink und ein paar Snacks und bereitete mich auf den zweiten Teil des Tages vor.
Über die Hochebene ging es anschließend weiter. Die Straße führte immer wieder über kleinere Anstiege und Abfahrten, sodass auch am Nachmittag noch einige Höhenmeter zusammenkamen. Natürlich durfte auch der tägliche Regen nicht fehlen. Anfangs war es nur ein kurzer Schauer, dem ich größtenteils entkommen konnte.
Doch als ich einen weiteren Bergkamm überquerte und dadurch nur langsam vorankam, öffnete der Himmel seine Schleusen. Innerhalb weniger Minuten regnete es in Strömen. Da ich unbedingt noch die nächste Stadt mit einer Unterkunft erreichen wollte, entschied ich mich gegen eine längere Pause und fuhr einfach weiter – wohl wissend, dass ich komplett durchnässt werden würde.
Auf der anderen Seite des Berges ließ der Regen zwar etwas nach, hörte aber nicht mehr auf. Mit der einsetzenden Dämmerung verschlechterten sich die Bedingungen zunehmend. Schließlich wurde es so dunkel, dass ich mein Licht einschalten musste.
Die Situation war anspruchsvoll: Die Straße dampfte noch von der Hitze des Tages, der Regen prasselte unaufhörlich auf den Asphalt und mein Scheinwerfer kämpfte sich durch den feinen Nebel und die Gischt. Die Fahrbahn war tiefschwarz, und ich musste ständig darauf achten, nicht zu schnell zu werden, um Schlaglöchern oder Hindernissen noch ausweichen zu können. Besonders auf den steilen Abfahrten war das nach inzwischen über 2.000 Höhenmetern alles andere als einfach.
Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichte ich schließlich völlig durchnässt am Abend Lembor. Glücklicherweise gab es noch genau ein freies Zimmer in einer einfachen Unterkunft. Allerdings war sie mit Abstand die schmutzigste Unterkunft meiner bisherigen Reise. An der Decke breitete sich Schimmel aus, die Bettwäsche war nicht wirklich sauber, die Wände waren voller Flecken und im Zimmer schwirrten unzählige Stechmücken herum.
Da ich jedoch keine Alternative hatte, nahm ich das Zimmer trotzdem.
Nach einer schnellen Dusche ging ich direkt in das kleine Restaurant gegenüber. Dort bekam ich eine große Portion Reis mit Ei, Gemüse und einen frisch gepressten Saft aus exotischen Früchten – genau das Richtige nach diesem kräftezehrenden Tag.
Anschließend machte ich noch einen kurzen Abstecher zum Supermarkt, bevor ich völlig erschöpft in mein Zimmer zurückkehrte. Kaum lag ich im Bett, schlief ich auch schon ein.








