Zwischen Zuckerrohrfeldern und gefährlichen Highways
Heute Morgen wachte ich nach dem ereignisreichen Vortag noch etwas erschöpft auf. Nachdem ich gefrühstückt hatte, baute ich mein Lager ab, verstaute alles sorgfältig an seinem Platz und schwang mich wieder aufs Fahrrad.
So ging es Kilometer für Kilometer weiter Richtung Norden. In Townsville, der letzten größeren Stadt vor Cairns, versuchte ich noch einmal mein Glück, einen neuen Schwalbe-Reifen und eine passende Fahrradkette zu bekommen, die ich spätestens in Cairns wechseln muss. Ich klapperte zwei Fahrradläden ab, doch beide konnten mir nicht weiterhelfen. Meine Wünsche waren schlicht zu speziell, und in Nord-Queensland fahren nur wenige Menschen ernsthaft Fahrrad – hochwertiges Touring-Equipment ist hier entsprechend schwer zu bekommen.
Nach etwas vergeudeter Zeit und ohne Ersatzteile ging es für mich wieder weiter zum nächsten Supermarkt, um Essen und Getränke aufzufüllen. Anschließend fuhr ich erneut auf den Highway. Leider hatte ich leichten Gegenwind, der mich konstant ausbremste und die Fahrt unter der intensiven Sonne zusätzlich erschwerte.
Die Landschaft bestand zunehmend aus riesigen Zuckerrohrfeldern, später kamen immer mehr Bananenplantagen dazu. Eigentlich wunderschön – wären da nicht die Straßenverhältnisse gewesen. Die Situation mit den LKWs wurde immer unangenehmer. Teilweise gab es überhaupt keinen Seitenstreifen, und manche Lastwagen fuhren erschreckend nah an mir vorbei.
Solche Momente sind einfach unnötig gefährlich. Natürlich versuche ich, Situationen richtig einzuschätzen und möglichst defensiv zu fahren. Doch am Ende liegt mein Leben oft in den Händen der Autofahrer und LKW-Fahrer. Wenn jemand unaufmerksam ist oder keinen Abstand hält, kann das tödlich enden.
Nachdem ich rund 140 Kilometer geschafft hatte, begann ich nach einem Schlafplatz zu suchen. Ein Rastplatz kam mir gerade recht: Es gab Toiletten, Bänke und Tische – perfekt, um halbwegs komfortabel kochen zu können. Offiziell war Zelten dort zwar nicht erlaubt, doch mehrere Australier hatten mir bereits gesagt, dass bei Radreisenden meistens ein Auge zugedrückt wird, solange man respektvoll bleibt.
Also baute ich dort mein Zelt auf und begann, mein Abendessen zuzubereiten. Schnell merkte ich allerdings, dass dieser Ort ein wahres Moskito-Paradies war. Trotz langer Kleidung und Insektenspray wurde ich permanent attackiert. Irgendwann versuchte ich einfach, meine gesamte Abendroutine möglichst schnell hinter mich zu bringen, um endlich ins Zelt flüchten zu können.
Dort wurde es dann zum Glück ruhig. Langsam konnte ich entspannen und schließlich erschöpft in meinen Schlafsack kriechen.





