Platten, Berge und ein ruhiger Schlafplatz an der Bahnlinie
Von meinem Schlafplatz ging es am Morgen nach dem Frühstück wieder zurück auf den Highway. Die ersten 65 Kilometer führte die Strecke relativ monoton entlang der Hauptstraße, bis ich Coffs Harbour erreichte. Dort nutzte ich die Gelegenheit, im Supermarkt meine Vorräte an Essen und Wasser aufzufüllen.
Am Eingang wurde ich von einem jungen Pärchen angesprochen, beide etwa Mitte zwanzig. Sie erzählten mir, dass sie in einem Monat ihre erste Bikepacking-Tour starten wollen – nach Island. Ich war kurz ehrlich beeindruckt, denn Island ist definitiv kein Einsteigerziel. Wind, Wetter und die Bedingungen abseits der Ringstraße können dort schnell sehr anspruchsvoll werden. Wir sprachen noch eine Weile über Routen, Ausrüstung und Erwartungen, bevor ich mich nach etwa einer halben Stunde verabschiedete und weiterfuhr.
Hinter der Stadt verließ ich den Highway und bog in Richtung Berge ab. Die Straße wurde ruhiger, angenehmer und landschaftlich deutlich schöner. Doch nach den ersten Kilometern bergauf merkte ich plötzlich am Hinterrad, dass etwas nicht stimmte. Dieses Gefühl kannte ich inzwischen gut: ein Platten.
Ich hoffte kurz, dass die Dichtmilch im Reifen das Loch vielleicht noch schließen würde, aber die Luft entwich weiter. Also blieb mir nichts anderes übrig, als einen geeigneten Platz zum Anhalten zu suchen. Dort baute ich das Hinterrad aus, wechselte den Schlauch und setzte alles wieder zusammen. Ursache war ein kleines Metallstück, das sich tief in den Reifen gebohrt hatte. Ärgerlich, aber nach über 7000 Kilometern und nur zwei Platten bisher absolut verkraftbar.
Danach ging es weiter durch die Berglandschaft. Kilometer für Kilometer wurde die Umgebung schöner, und ich konnte trotz des Zwischenfalls die Ruhe und Natur genießen.
Am Abend, als die Sonne tief stand, kam ich in eine eher abgelegene Gegend. Ich fragte einen Anwohner nach Frischwasser und bekam nicht nur das, sondern auch einen guten Tipp für einen Schlafplatz. Schließlich baute ich mein Zelt neben einer Bahnlinie auf – schlicht, aber funktional.
Ich kochte mir Nudeln, aß etwas Obst und Nüsse und ließ den Tag ruhig ausklingen. Müde und zufrieden ging es schließlich ins Bett.






