Gegenwind bis zum Schluss – die letzte Nacht in Tasmanien
Müde fiel ich am Abend zuvor ins Bett – und stand am nächsten Morgen wieder früh auf, um trotz des erwarteten Gegenwinds möglichst viel Strecke zu machen. Aus der Nacht hatte ich gelernt: Alle Taschen kamen direkt mit ins Zelt. Tatsächlich hörte ich das Opossum wieder draußen herumschleichen, doch diesmal ließ es sich von meinem Geruch abschrecken und blieb auf Abstand.
Die Nacht war mit 7 °C erneut ziemlich kalt gewesen. In Kombination mit dem Wind machte das den Start nicht gerade angenehm – besonders das Hineinschlüpfen in die noch leicht klammen Radklamotten kostete Überwindung. Doch sobald ich auf dem Fahrrad saß, ging es los.
Die ersten 30 Kilometer führten mich bis nach Bridport – und der Wind blies mir dabei gnadenlos ins Gesicht. Jeder einzelne Kilometer fühlte sich hart erarbeitet an. Es war zäh, kräftezehrend und mental fordernd. Trotzdem kam ich Stück für Stück voran.
In Bridport legte ich eine Pause ein, ging in den Supermarkt und füllte meine Vorräte auf. Danach ging es weiter Richtung Westen. Die Landschaft veränderte sich langsam: weg von den offenen, flachen Küstenabschnitten hin zu hügeligeren, bewaldeten Gebieten. Endlich hatte ich wieder etwas Schutz vor dem Wind, was das Fahren deutlich angenehmer machte – auch wenn einzelne Böen weiterhin ihre Kraft zeigten.
So arbeitete ich mich weiter durch die abwechslungsreiche Landschaft – mal auf Asphalt, mal auf Gravel – immer mit dem Ziel vor Augen, wieder nach Devonport zu kommen.
In Beaconsfield fand ich zunächst einen Campingplatz, doch dort waren nur Camper erlaubt. Da der Platz zudem mitten im Ort lag, entschied ich mich, noch ein Stück weiterzufahren. Etwa 10 Kilometer nördlich entdeckte ich schließlich einen ruhigen Park, in dem ich mein Zelt versteckt am Rand aufbauen konnte.
Dort kochte ich mir direkt meine wohlverdiente Pasta – nach diesem kräftezehrenden Tag genau das Richtige. Der Gegenwind hatte mir erneut alles abverlangt, und ich merkte deutlich, wie müde mein Körper mittlerweile war.
Noch etwa 50 Kilometer bis nach Devonport lagen vor mir – die letzten in Tasmanien. Die endlosen Höhenmeter und der ständige Gegenwind hatten ihren Tribut gefordert.
So kroch ich an diesem Abend erschöpft, aber zufrieden in meinen Schlafsack – bereit für die letzte Etappe auf dieser beeindruckenden Insel.









