Tag
1

Entlang der Ostküste – Rückenwind und Ankunft in der Coles Bay

Heute Morgen stand ich noch vor Sonnenaufgang auf. Ich wollte früh los, um dem starken Gegenwind am Nachmittag zu entgehen. Allerdings war es mit gerade einmal 6 °C in der Nacht alles andere als leicht, aus dem Zelt zu kommen und in Schwung zu kommen.

Zum Glück konnte ich mir mein Frühstück in der warmen Küche machen – ein echter Luxus. Während ich danach mein Zelt abbaute, schob sich langsam die Sonne hinter den Hügeln hervor. Als ich schließlich losfuhr, stand sie gerade am Horizont.

Die Strecke führte mich entlang der Küste, vorbei an immer mehr wunderschönen, weißen Sandstränden. Es war heute etwas weniger hügelig als sonst – wobei „weniger“ hier relativ ist: Am Ende wurden es trotzdem rund 900 Höhenmeter statt der üblichen 1300 oder mehr.

Ich fuhr viel entlang von Feldern mit Schafen, durch Naturschutzgebiete und immer wieder an der Küste entlang. Allerdings war ich auch auf einer stärker befahrenen Straße unterwegs, da es zwischen Triabunna und dem Nordosten kaum Alternativen gibt. Entsprechend musste ich wieder besonders aufmerksam auf LKWs und Autos achten.

Der Wind meinte es heute gut mit mir – ich hatte sogar leichten Rückenwind, was die Etappe deutlich angenehmer machte. So kam ich gegen 14:30 Uhr nach etwa 110 Kilometern in der Coles Bay an.

Dort holte ich mir im Visitor Centre einen Zwei-Tages-Pass für den Campingplatz. Freies Zelten ist hier schwierig, und ich wollte mein Zelt für zwei Nächte sicher stehen lassen. Ich bekam eine Parzelle direkt am Strand mit Blick auf zwei markante Felsen – eine wirklich traumhafte Kulisse.

Nach dem Aufbau sprang ich erst einmal ins kalte Wasser und genoss anschließend die Sonne und die Aussicht. Ich saß noch lange am Strand, ließ die Atmosphäre auf mich wirken und gönnte mir die Ruhe.

Als es langsam dunkel wurde, machte ich meine Abendroutine, schrieb Tagebuch und legte mich schon gegen 21:00 Uhr schlafen – denn am nächsten Morgen wartete eine große Wanderung auf mich.