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Ankommen in Australien – erste Kängurus und ein Abend im Stadion

Heute Morgen schlief ich erst einmal aus. Die Sonne schien durch das Fenster, und ich merkte schnell, dass es Zeit war aufzustehen. Nach einem entspannten Frühstück holte ich meine Taschen und mein Fahrrad aus dem Auto. Nun stand zunächst Organisation an: alles auspacken, sortieren und das Fahrrad wieder vollständig zusammenbauen.

Zum Glück hatte der Flug meinem Rad nichts anhaben können – alles war unbeschädigt. Ich montierte direkt den neuen Sattel sowie die neuen Aerobar-Pads, die mir in Neuseeland von Kea zerstört worden waren. Danach sah das Fahrrad wieder genau so aus, wie ich es mir vorstelle.

Nachdem ich alles überprüft hatte, machte ich eine kleine Probefahrt zum nahegelegenen Golfplatz – und wurde direkt belohnt: Dort standen etwa 30 Kängurus. Es waren die ersten, die ich jemals in meinem Leben gesehen habe – und dann gleich so viele auf einmal. Für mich ein absolutes Highlight, auch wenn Craig meinte, dass sie hier ganz normal und überall zu finden sind.

Am Mittag zog Regen auf, sodass ich mich ins Haus zurückzog und etwas entspannte. Craig zeigte mir verschiedene Bücher über Fahrradrouten in Australien und Tasmanien sowie über Vogelarten. Außerdem schenkte er mir ein analoges Reisetagebuch. Es ist beeindruckend, wie viel er bereits erlebt hat – er ist seit Jahrzehnten unterwegs, war in über 160 Ländern auf allen Kontinenten und hat unzählige Geschichten zu erzählen.

Am Abend gab es ein leckeres Reis-Hühnchen-Curry, bevor wir gemeinsam zu einem Footballspiel aufbrachen. Gespielt wurde in der Australian Football League – eine Sportart, die Elemente aus Fußball und American Football kombiniert. Im Stadion in Geelong waren rund 30.000 Zuschauer, und wir saßen geschützt auf einer Empore.

Das Spiel war intensiv und körperbetont, mit 18 Spielern pro Team und großen Toren. Besonders beeindruckend war jedoch die Atmosphäre: sehr entspannt, familiär und freundschaftlich – ganz anders als bei vielen Fußballspielen in Deutschland. Es ging mehr um das gemeinsame Erlebnis als um Rivalität.

Während des Spiels lernte ich noch einen Australier aus Adelaide kennen, mit dem ich mich länger unterhielt. Nach etwa drei Stunden war das Spiel beendet – die Heimmannschaft, die Geelong Cats, gewann, was Craig natürlich besonders freute.

Gegen 22:30 Uhr machten wir uns auf den Rückweg nach Anglesea. Zurück zu Hause sprang ich noch kurz unter die Dusche und fiel anschließend müde, aber voller neuer Eindrücke ins Bett.