Entlang des Lake Taupō – Geothermie, Hügel und ein seltener Kiwi-Ruf
Am Morgen brach ich vom Hostel am Lake Taupō auf. Zunächst führte mich die Strecke entlang des Highways auf der Ostseite des Sees. Die Bedingungen zum Radfahren waren dort leider nicht ideal: Es gab keinen Seitenstreifen, und immer wieder fuhren große Lastwagen dicht an mir vorbei. Dennoch wurde ich für diese unangenehme Passage immer wieder mit beeindruckenden Ausblicken auf den riesigen See belohnt.
Nach einigen Kilometern erreichte ich schließlich den Ort Taupō. Dort legte ich eine kurze Pause ein, setzte mich auf eine Bank und aß ein paar Kekse, um neue Energie zu tanken.
Anschließend führte mich die Route wieder in deutlich hügeligeres Gelände. Kurz hinter Taupō erreichte ich eine besonders faszinierende Landschaft: die Craters of the Moon. Dieses Geothermiefeld machte seinem Namen alle Ehre – an zahlreichen Stellen stieg Dampf aus der Erde auf, und die Landschaft wirkte beinahe unwirklich, fast wie von einem anderen Planeten.
Von dort aus ging es weiter durch abwechslungsreiche Natur: vorbei an Flüssen und kleineren Seen, durch Wälder und über unzählige Hügel, die sich stetig auf und ab zogen. Nach über 100 Kilometern wurde es Zeit, meine Wasservorräte aufzufüllen. Da ich nicht wusste, ob ich in den kommenden Kilometern noch eine sichere Wasserquelle finden würde, filterte ich mir Wasser aus der Natur und füllte meine Flaschen vollständig auf.
Mit neuer Energie ging es anschließend einen weiteren steilen Anstieg hinauf. Oben angekommen wurde ich mit einer beeindruckenden Aussicht belohnt: Vor mir erstreckten sich unzählige grüne Hügel, die sich bis zum Horizont zogen.
Danach folgte eine längere Abfahrt, die mich schließlich bis zum Waikato River führte. Dort fand ich glücklicherweise einen geeigneten Platz zum Zelten. In der Nähe fand gerade ein Angelwettbewerb statt, weshalb einige Teilnehmer mit Wohnmobilen und Zelten vor Ort waren.
Ein besonderer Glücksfall: Ich konnte mir von jemandem einen Gaskocher ausleihen, da mein eigener durch Ablagerungen verstopft war und immer noch nicht funktionierte. So konnte ich mir nach zwei Tagen endlich wieder eine warme Mahlzeit zubereiten – meine lang ersehnten Nudeln.
Als es schließlich dunkel wurde, zeigte sich der Himmel sternenklar. In der Stille der Nacht hörte ich aus dem nahegelegenen Wald sogar den Ruf eines Kiwi – ein seltener und besonderer Moment, der diesen Tag perfekt abrundete.











