Tag
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Durch die Küstenlandschaft und gigantische Mammutbaumwälder

Am heutigen Morgen ging es von meinem Schlafplatz im Wald, direkt am Strand gelegen, langsam wieder los. Zum Frühstück gab es wie so oft Erdnussbutter mit Brot. Danach packte ich meine Sachen zusammen. Glücklicherweise war es diesmal am Morgen nicht ganz so feucht wie an den vorherigen Tagen. Vermutlich hatten die umliegenden Sträucher und Bäume einen Teil der Feuchtigkeit abgehalten. Trotzdem war es noch ziemlich kalt, als ich mich wieder auf den Weg machte.

Zunächst ging es zurück auf den Küsten-Trail, den ich bereits am Vortag ein Stück gefahren war. Dieser führte abseits der größeren Städte entlang der Küste und an einer weitläufigen Bucht vorbei. Nach etwa 30 Kilometern wurde ich plötzlich von einem Amerikaner angesprochen, der ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs war. Er interessierte sich dafür, woher ich komme, was ich mache und wohin mich meine Reise noch führen soll. Diese Fragen bekomme ich mittlerweile so häufig gestellt, dass ich meine Antworten dafür schon fest im Langzeitgedächtnis abgespeichert habe. Er bot mir sogar an, bei Bedarf in seinem Gästezimmer übernachten zu können. Da ich allerdings gerade erst in den Tag gestartet war und noch einiges an Strecke vor mir hatte, bedankte ich mich herzlich für das Angebot und fuhr weiter.

Entlang der Bucht gab es einiges zu beobachten. Zahlreiche Wattvögel suchten im seichten Wasser nach Nahrung. Dazu gesellten sich Silber- und Graureiher sowie vereinzelt sogar Pelikane. Es war schön, während der Fahrt immer wieder solche Tierbeobachtungen machen zu können.

Hinter Eureka ging es schließlich wieder auf den Highway 101. Glücklicherweise musste ich diesen nicht allzu lange befahren, denn nach einigen Kilometern zweigte der alternative Redwood Highway ab. Dort begegnete ich völlig unerwartet zwei Radreisenden wieder, die ich bereits bei meinem letzten Warmshowers-Gastgeber kennengelernt hatte. Russell und sein Begleiter, ein Engländer mit mexikanisch-amerikanischen Wurzeln, waren deutlich gemütlicher unterwegs, sodass ich sie inzwischen eingeholt hatte. Die beiden waren wirklich sehr sympathische Menschen, und so beschlossen wir, den restlichen Tag gemeinsam weiterzufahren.

Unsere Route führte mitten durch die gigantischen Mammutbaumwälder. Obwohl ich mittlerweile schon einige dieser beeindruckenden Bäume gesehen hatte, fasziniert mich jeder einzelne aufs Neue. Ihre gewaltigen Stämme und die schier unglaubliche Höhe lassen einen immer wieder staunen. Unterwegs legten wir mehrere Stopps in kleinen Ortschaften ein, in denen es interessante Schilder, alte Autos und allerlei andere Besonderheiten zu entdecken gab.

Ein besonderes Highlight war schließlich ein riesiger Mammutbaum, durch dessen Stamm man mit dem Auto hindurchfahren kann. Der Eintritt kostete fünf Dollar. Selbst hätte ich mir diesen kleinen Abstecher vermutlich nicht gegönnt, da mir der Preis dafür etwas zu hoch gewesen wäre. Die beiden anderen Radreisenden spendierten mir den Eintritt jedoch kurzerhand, sodass ich mir dieses ungewöhnliche Naturschauspiel doch noch anschauen konnte. Es war schon etwas ganz Besonderes, unter einem solchen Baum hindurchzufahren. Außerdem gab es dort einige beeindruckende Baumhäuser, die ebenfalls aus Mammutbäumen gebaut waren.

An einem kleinen Supermarkt legten wir schließlich noch einen Einkaufsstopp ein. Die Preise waren allerdings ziemlich gesalzen, sodass wir uns auf das Nötigste beschränkten. Dort trennten sich auch unsere Wege: Russell und sein Begleiter wollten noch etwas länger verweilen und sich anschließend einen Schlafplatz suchen. Ich hingegen wollte noch ein paar Kilometer zurücklegen und weiter vorankommen.

Am Abend fand ich schließlich einen wunderschönen Schlafplatz direkt an einem Fluss. Über einen kleinen Weg gelangte ich hinunter zum Flussbett, sodass ich mich dort nach dem langen Tag sogar noch waschen konnte. Unter einem Baum mit bereits herbstlich gefärbtem Laub schlug ich mein Zelt auf und genoss die Ruhe am Wasser.

Das Bad im Fluss war zwar eisig kalt, doch das Gefühl danach war umso besser. Schnell zog ich mir warme Kleidung an und machte mich daran, mein Abendessen zuzubereiten. Heute gab es Nudeln ohne Pesto oder eine andere Soße, dazu Nüsse und eine Banane. Nach meiner abendlichen Routine kroch ich schließlich in meinen Schlafsack und genoss durch das Zelt hindurch den wunderschönen Sternenhimmel.

Ein weiterer Tag voller interessanter Begegnungen, beeindruckender Natur und gigantischer Mammutbäume ging zu Ende.