Durch die herbstlichen Wälder des Cariboo Districts
Am heutigen Morgen wachte ich vom Prasseln des Regens auf meinem Zelt auf. Ich drehte mich noch einmal auf die andere Seite und blieb eine weitere halbe Stunde liegen. Als ich schließlich wieder nach draußen schaute, hatte der Regen bereits aufgehört. Die Sonne ging langsam auf und kam zwischen einigen Wolken hervor. Es versprach also, ein wundervoller Tag zu werden.
Ich frühstückte und begann anschließend, meine Sachen zusammenzupacken. Dank der Sonne war mittlerweile alles gut getrocknet, sodass ich bei bestem Wetter losfahren konnte. Zunächst ging es noch einige Hügel hinauf, bevor mich eine lange Abfahrt nach Prince George führte.
Dort legte ich einen Einkaufsstopp bei einem Canadian Superstore ein. Diese Supermärkte bieten eine riesige Auswahl und vergleichsweise günstige Preise, weshalb ich mich dort gerne mit Lebensmitteln eindecke. Nach meiner Mittagspause, die aus Muffins, Oreos und einer Fanta bestand, ging es mit vollgepackten Fahrradtaschen weiter Richtung Süden.
Allerdings führte mich mein Weg zunächst wieder stetig bergauf. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass in Kanada nahezu jede Stadt in einem tief gelegenen Tal liegt und man sich anschließend erst wieder aus diesem herausarbeiten muss. So ging es auch heute von Hügel zu Hügel, vorbei an wunderschönen, herbstlich gefärbten Wäldern, entlang von Flüssen und immer wieder an kleinen Seen.
Inzwischen war ich im Cariboo District angekommen. Der Verkehr auf den Straßen mit den vielen Autos und Lastwagen ist mittlerweile wieder ganz normal für mich geworden. Dank der breiten Seitenstreifen fühle ich mich dabei auch relativ sicher. Zwar ist es hier nicht mehr ganz so ruhig wie auf dem Cassiar Highway, dafür bietet die zunehmende Zivilisation auch einige Vorteile. Ich muss mir nicht mehr ständig Gedanken darüber machen, wo ich meine nächsten Lebensmittel oder ausreichend Trinkwasser herbekomme, denn die Einkaufsmöglichkeiten sind deutlich zahlreicher.
Am Abend wurde es dann wieder schwieriger, einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Entweder lagen die schönen Seen bereits weit hinter mir oder die nächsten Möglichkeiten waren noch zu weit entfernt. Schließlich entdeckte ich einen kleinen General Store und hielt an, um nach Wasser zu fragen. Zu meiner Überraschung erklärte man mir jedoch, dass das Wasser vor Ort nicht trinkbar sei und der Laden auch kein Wasser zum Verkauf anbiete.
Da ich zumindest Wasser zum Kochen benötigte, fragte ich freundlich, ob ich mein Zelt für eine Nacht auf der großen Wiese vor dem Laden aufstellen dürfte – möglichst etwas versteckt hinter einem Busch. Glücklicherweise wurde mir das erlaubt. Nachdem ich mein Zelt aufgebaut hatte, bekam ich sogar noch Wasser zum Kochen. Eine wirklich nette Geste, über die ich mich sehr freute!
So bereitete ich mir mein Abendessen aus Nudeln zu und aß dazu noch etwas Obst und Nüsse. Während es draußen allmählich kälter wurde, erledigte ich meine abendliche Routine. Dazu gehören bei mir Dehnübungen, das Rollen meiner Faszien, das Eincremen mit Pferdesalbe, meine Nahrungsergänzungsmittel und natürlich das Zähneputzen.
Anschließend kroch ich müde in meinen Schlafsack. Ein weiterer Tag auf meiner Reise durch Kanada ging zu Ende – mit vielen Kilometern, wunderschönen Herbstlandschaften und einer kleinen, aber umso wertvolleren Begegnung mit hilfsbereiten Menschen.





