Tag
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Pancakes, Regen und eine notgedrungene Schlafstätte

Am nächsten Morgen wachte ich wieder nach einer kalten Nacht auf. Es waren keine extremen Minusgrade gewesen, aber trotzdem -2 °C. Ich aß wieder ein bisschen zum Frühstück und baute dann alles ab.

Danach fuhr ich weiter. Ich verabschiedete mich von Alex, dem netten Jäger, der nun auch wieder auf sein Boot stieg und mit seinem Schlauchboot auf die Jagd nach Rentieren ging.

So jagt jeder seine Sachen. Ich jage halt die tollen Momente, aber auch manchmal die sehr anstrengenden und harten Momente.

So ging es dann für mich weiter, mit vielen starken Anstiegen über eine Bergkette nach der anderen. Dann sah ich plötzlich wieder ein Auto, das hinter mir anhielt. Darin saß das pakistanisch-amerikanische Pärchen, das ich schon auf dem Hinweg Richtung Deadhorse getroffen hatte. Sie waren genauso gastfreundlich wie bei ihrer Hinfahrt und nun wieder auf dem Rückweg nach Fairbanks.

Sie sagten mir, dass sie oben am Pass auf mich warten würden und schon Pancakes, warmen Kaffee und ein bisschen Gemüse vorbereiten würden.

Das war schon wirklich der Oberhammer.

Oben angekommen, erwartete mich bei Sonnenschein eine tolle Aussicht auf diese surreale Landschaft. Dazu gab es ein leckeres Mittagessen, und wir unterhielten uns relativ lange.

Es waren auf jeden Fall die nettesten Menschen, die ich bisher hier in Nordalaska getroffen hatte.

Als sie sich von mir verabschiedeten, ging es für mich weiter, von einem Berg zum nächsten. Langsam zogen die Wolken zu und es fing an zu regnen. Als ich dann jedoch wieder auf einen Berg hoch musste, auf ungefähr 600 Meter Höhe, schneite es plötzlich.

Dann fing es wieder an zu regnen, und so wechselte sich der Niederschlag ab: mal regnete es in den tieferen Tälern, mal schneite es auf den höheren Pässen.

Die Wege waren teilweise geteert und teilweise Gravel. Dadurch wurden die Bedingungen immer schlechter und die Gravelwege wieder matschig. Zudem machte der starke Gegenwind dieses eklige Wetter extrem hart.

Ich schwitzte, der Wind machte alles extrem kalt und es regnete bei 1 °C oder schneite bei 0 °C. Ich versuchte trotzdem, es irgendwie zu genießen, und kämpfte mich Stück für Stück einen Berg nach dem anderen hoch und wieder herunter.

Irgendwann musste ich mir dann unbedingt einen Schlafplatz suchen. Es war mittlerweile schon 20:00 Uhr. Ich war bereits sehr viele Stunden auf meinem Sattel – um genau zu sein neun Stunden. Ich hatte schon 110 Kilometer mit ungefähr 1.400 Höhenmetern hinter mir.

Bei diesem Wetter war das extrem herausfordernd.

Schlussendlich fand ich weder ein Toilettenhäuschen, in dem ich mich irgendwie vor dem Wetter hätte schützen können, noch gab es hier irgendeinen Shelter. Hier ist es einfach sehr, sehr wild.

Schließlich fand ich auf einem Parkplatz ein großes Planierfahrzeug, das normalerweise die Straßen wieder räumt. Ich musste einfach testen, ob ich mich dort vielleicht für die Nacht hineinsetzen könnte.

Mir war nämlich schon extrem kalt und ich war komplett nass. Also entschied ich mich, obwohl ich wusste, dass ich das eigentlich nicht durfte, mich dort einzurichten und auf dem Sitz mit meinem warmen Schlafsack die Nacht zu verbringen.

Ich hätte mir deutlich schönere und angenehmere Schlafplätze vorstellen können. Es war jedoch eine Notsituation und ich musste mich jetzt irgendwie warm halten.

Hätte ich mein Zelt aufgebaut, wäre es über die Nacht einfach nur komplett nass geworden und am nächsten Tag hätte ich direkt das nächste Problem gehabt. Außerdem macht es bei strömendem Regen nicht besonders viel Sinn, ein Zelt aufzubauen, wenn man noch eine andere Möglichkeit hat.

So ging es für mich notgedrungen in diesem Arbeitsfahrzeug in die Nacht.