Tag
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Durch das Hinterland zur Great Dividing Range – lange Etappe nach Eungella

Am Morgen brach ich sehr früh auf, noch vor Sonnenaufgang. Um 5:00 Uhr stand ich auf, denn mich erwartete ein langer Fahrtag. Zum Frühstück gab es mein Standard-Ritual: Erdnussbutter auf Rosinenbrot, dazu einen Apfel und eine Banane.

Die Nacht war feucht gewesen, und das Zelt entsprechend klamm. Trotzdem blieb keine Zeit zum Trocknen – ich packte alles direkt nass in die Taschen und rollte um 6:30 Uhr los. Die Luft war morgens noch kühl und feucht, sodass ich anfangs meine Jacke anließ. Mit der aufgehenden Sonne wurde es jedoch schnell warm, und ich konnte sie wieder verstauen.

Nach den ersten Kilometern hielt ich an einer Tankstelle, um meine Wasserreserven aufzufüllen. Weiter ging es nach Sarina, wo ich erneut Wasser holte und mit einigen neugierigen Australiern ins Gespräch kam. Sie hatten mich wohl schon öfter auf der Strecke gesehen und waren beeindruckt von meiner Reise.

Danach folgte der erste größere Einkauf seit rund 300 Kilometern in einem Supermarkt – entsprechend schwer war der Rucksack danach wieder gefüllt.

Von dort aus führte mich der Weg ins Inland, Richtung Berge. Anfangs passierte ich noch einen großen See, vermutlich ein ehemaliger Steinbruch. Je weiter ich fuhr, desto spannender wurde die Landschaft wieder – weg von endlosen Highways, hin zu abgelegenen Gravelstrecken und Nebenwegen.

Eine spontane Abkürzung über Komoot führte mich auf einen alten Rail Trail. Eigentlich sind diese ehemaligen Bahntrassen gut befahrbar, doch dieser Abschnitt war stark überwuchert, teils kaum erkennbar und technisch anspruchsvoll. Ein kleines Abenteuer ins Ungewisse. Unterwegs sah ich auch meine erste Schlange auf dem australischen Festland – nach der letzten Begegnung auf Tasmanien ein kurzer, aber intensiver Moment.

Je näher ich den Bergen kam, desto klarer war das Ziel: Es ging nun nur noch bergauf. Nach bereits 148 Kilometern in den Beinen warteten zusätzlich 10 Kilometer mit etwa 600 Höhenmetern. Eine echte mentale und körperliche Herausforderung. Die letzten Kilometer zogen sich entsprechend, doch immer wieder gab es aufmunternde Gesten von Autofahrern – Daumen hoch, erstaunte Blicke, kurze Gespräche.

Irgendwann erreichte ich erschöpft, aber zufrieden Eungella und fuhr noch ein Stück weiter zum Campingplatz. Dort traf ich ein deutsch-australisches Paar, das mir freundlicherweise beim Auffüllen meiner Wasserflaschen half.

Vor dem Abendprogramm ging ich noch zur Schnabeltier-Aussichtsplattform. Tatsächlich konnte ich ein Schnabeltier sehen, allerdings noch relativ weit entfernt. Die Hoffnung blieb, sie am nächsten Morgen näher zu beobachten.

Als es dunkel wurde, baute ich mein Zelt auf. Eigentlich wollte ich danach duschen, doch die angeblich vorhandene warme Dusche war nicht auffindbar. Also blieb nur der Bach – immerhin in einer Region ohne Krokodile. Im Dunkeln im Dschungelwasser zu baden hatte eine ganz eigene, fast surreale Atmosphäre.

Später saß ich noch mit dem Paar am Lagerfeuer. Wir redeten lange über Reisen, Leben und alles dazwischen, während ich mein Abendessen kochte. Danach ging ich müde, aber zufrieden in mein Zelt – gespannt auf den nächsten Morgen und die Schnabeltiere.