Tag
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Über die Berge nach Picton und mit der Fähre nach Wellington

Heute Morgen ging es früh los. Ich frühstückte noch etwas Brot mit Erdnussbutter, packte meine Taschen und fuhr anschließend mit dem Fahrrad aus Nelson heraus. Direkt zu Beginn warteten einige größere Hügel auf mich, die ich erst einmal überwinden musste.

Als es dann auch noch zu regnen begann, wurde es zunehmend kälter. Einerseits durch den Regen, andererseits auch durch die Höhe, in die ich mich mit dem Fahrrad immer weiter hinaufarbeitete. So war es zunächst eine recht zähe Angelegenheit, bei Regen die vielen Anstiege hinauf- und wieder hinunterzufahren.

Nach vielen Kilometern und Höhenmetern hörte der Regen schließlich auf. Punkt um 12:00 Uhr meiner Zeit – also Mitternacht in Deutschland – gratulierte ich meinem Bruder noch zum Geburtstag und war damit vermutlich der Erste.

Bei nun trockenem Wetter fuhr ich die letzten Kilometer entlang wunderschöner Buchten am Meer, bevor es noch einmal über den letzten größeren Pass in Richtung Picton ging. Bereits am Vortag hatte ich nach einer Fähre geschaut und gesehen, dass für die kommenden Tage online alles ausgebucht war. Deshalb hatte ich ein etwas ungutes Gefühl.

Ich hatte mir sogar schon verschiedene Geschichten überlegt, wie ich dem Fährpersonal erklären könnte, dass ich unbedingt noch auf die nächste Fähre müsse – im Zweifel sogar mit einer erfundenen Geschichte über gesundheitliche Probleme. Zum Glück musste ich diese Ausrede nicht nutzen. Als ich am Schalter ankam und sagte, dass ich mit meinem Fahrrad die nächste Fähre nehmen möchte, bekam ich völlig problemlos ein Ticket.

Eigentlich hätte es mich auch gewundert, wenn es Schwierigkeiten gegeben hätte, denn die großen Fähren transportieren vor allem Lastwagen und Autos von A nach B. Trotzdem war ich mir nicht sicher gewesen, ob ich spontan noch einen Platz bekommen würde, da in Neuseeland viele Abläufe sehr strikt organisiert sind und online ja alles ausgebucht gewesen war.

So ging es schließlich um 18:30 Uhr mit der Fähre los. Bei wunderschönem, tiefstehendem Abendlicht fuhren wir durch die beeindruckenden Fjorde. Während der etwa dreieinhalbstündigen Überfahrt erlebten wir sogar noch einen herrlichen Sonnenuntergang – ein wirklich besonderer Moment.

Als wir später bei sternenklarem Himmel im Dunkeln in Wellington ankamen, fuhr ich direkt zu einem Hostel. Ich checkte in das günstigste und gleichzeitig sehr zentral gelegene Hostel ein.

Meine Abendroutine erledigte ich diesmal besonders schnell und leise, da in meinem Zimmer bereits zwei Personen schliefen. Nachdem alles erledigt war, fiel ich schließlich erleichtert ins Bett.