Tag
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Gefährliche Straßen bis nach Nelson

Am Morgen stand ich wie gewohnt früh auf. Zum Frühstück aß ich Brot mit Erdnussbutter sowie einen Apfel und eine Banane. Anschließend packte ich meine Sachen zusammen und brachte zunächst mein Gepäck und mein Fahrrad wieder auf die andere Seite des Zauns. Danach fuhr ich über das Feld zurück zu dem Gatter, das glücklicherweise noch immer offenstand.

Von dort aus setzte ich meine Fahrt auf der Straße fort, entlang der Nationalparks und Berge in Richtung Nelson. Der Verkehr war jedoch sehr stark, besonders durch große Lastwagen, Pick-ups und Wohnmobile, deren Fahrer teilweise wenig Rücksicht nahmen. Vor allem die großen LKWs, die Baumstämme aus den Wäldern zum Hafen transportierten, fuhren häufig sehr dicht an mir vorbei. Dieser Abschnitt fühlte sich tatsächlich als einer der gefährlichsten meiner gesamten Reise durch Neuseeland an.

Während der Fahrt versuchte ich immer wieder, mithilfe meines Spiegels den Verkehr hinter mir im Blick zu behalten, um herannahende Autos und Lastwagen frühzeitig einschätzen zu können. So konnte ich rechtzeitig auf den schmalen Grasstreifen am Straßenrand ausweichen, wenn ein Fahrzeug zu dicht vorbeikam.

Die Strecke führte über viele Hügel und auch über zwei größere Anstiege. Schließlich erreichte ich den letzten Gipfel – und von dort aus konnte ich bereits das Meer sowie die Bucht von Nelson sehen. Von hier aus lagen noch etwa 35 Kilometer Abfahrt vor mir.

So rollte ich stetig bergab in Richtung Küste, während der Verkehr weiterhin stark blieb und immer mehr Zeichen von größerer Zivilisation auftauchten. In einem kleineren Ort kurz vor Nelson legte ich noch einmal eine Pause ein, kaufte mir ein Eis und eine Powerade und sammelte noch etwas Energie für die letzten Kilometer.

Anschließend führte mich die Strecke über Fahrradwege bis zu meinem Hostel in Nelson. Dort wusch ich zunächst meine Kleidung, da sie durch die vergangenen Tage stark vom Schweiß durchzogen und entsprechend salzig geworden war.

Im Hostel traf ich einen anderen Deutschen. Am Abend gingen wir gemeinsam noch ein wenig durch die Stadt, holten uns etwas zu essen und ließen den Tag schließlich entspannt ausklingen.