Zurück in der Zivilisation – von der Höllenpiste nach Reefton
Nachdem es in der Nacht weiter geregnet hatte und es keinerlei Anzeichen gab, dass der Regen bald aufhören würde, frühstückte ich im Zelt mit dem, was ich noch an Essen übrig hatte. Da der Regen auch danach nicht nachließ, entschloss ich mich schließlich, alles zusammenzupacken und weiterzufahren – obwohl es noch immer regnete. Diese Situation mag ich überhaupt nicht, da dabei zwangsläufig auch das Innenzelt nass wird.
Zudem hatte ich wenig Hoffnung, dass der Weg bald besser werden würde. Ich wusste, dass noch mindestens zehn Kilometer dieser sehr steinigen, anspruchsvollen und kräftezehrenden Piste vor mir lagen, bevor ein besserer Weg in Sicht sein würde.
Also arbeitete ich mich erneut Stück für Stück vorwärts – zunächst wieder bergauf und anschließend bergab. Nach etwa zweieinhalb Stunden erreichte ich schließlich einen deutlich besseren Offroad-Weg. In diesem Moment fiel eine große Last von mir ab. Endlich konnte ich wieder richtig fahren, anstatt mich nur mühsam Meter für Meter vorwärts zu kämpfen.
Etwa fünf Kilometer später erreichte ich schließlich wieder eine asphaltierte Straße. Kurz darauf kam ich in Reefton an. Als ich dort wieder in der Zivilisation und vor einem Supermarkt stand, fiel mir sprichwörtlich ein Stein vom Herzen. Ich füllte sofort meine Wasservorräte auf, trank mehrere Softdrinks, um meinen Zuckermangel nach den extrem anstrengenden Etappen auszugleichen, und kaufte mir etwas zu essen. Endlich konnte ich kurz durchatmen.
Nachdem ich meine Vorräte aufgefüllt, meine Fahrradkette neu geschmiert, das Fahrrad überprüft und meine Route etwas umgeplant hatte, setzte ich meine Fahrt auf Asphalt fort. Die nächsten Kilometer führten entlang eines Highways, da ich vorerst genug von Offroad-Strecken hatte.
Allerdings brachte auch diese Strecke ihre eigenen Gefahren mit sich: dichter Verkehr, große Lastwagen und Touristen mit Campern, die teilweise sehr dicht an mir vorbeifuhren. Ein großes Problem in Neuseeland ist, dass viele Straßen keinen Seitenstreifen haben. Dadurch empfinde ich dieses Land im Hinblick auf den Autoverkehr bisher als das gefährlichste meiner gesamten Reise.
Immerhin konnte ich nun endlich wieder einige Kilometer zurücklegen, ohne mein Fahrrad über Hindernisse heben, schieben oder mühsam über Steine manövrieren zu müssen. Ein längerer Abschnitt führte entlang eines Flusses, und ich plante, dort am Abend mein Zelt aufzuschlagen.
Allerdings fand ich zunächst keinen geeigneten Zugang zum Wasser, da viele Bereiche mit Zäunen für Schafe und Rinder abgesperrt waren. Nach einiger Zeit entdeckte ich jedoch eine Stelle, an der sich keine Tiere befanden und ein Gatter offenstand. Ich fuhr hindurch und hob anschließend meine Fahrradtaschen sowie das Fahrrad über einen weiteren Zaun, um zum Fluss zu gelangen.
Hinter einem kleinen Wall entdeckte ich schließlich einen wunderschönen, kleinen Strand am Fluss – vollkommen unberührt und ganz für mich allein. Dort baute ich mein Zelt auf. Allerdings bemerkte ich sofort, dass es dort eine unglaubliche Menge an Sandfliegen gab. Deshalb versuchte ich, das Zelt so schnell wie möglich aufzubauen.
Anschließend ging ich mit meiner Seife zum Fluss, um mich zu waschen. Doch auch dort wurden die Sandfliegen schnell zur Plage und versuchten ununterbrochen, mich zu stechen. Der kritischste Moment kam, als ich aus dem Wasser stieg, mich abtrocknen und wieder anziehen musste. Ein ganzer Schwarm dieser Sandfliegen umkreiste mich und versuchte, mich zu beißen.
Erst als ich vollständig angezogen und gut eingepackt war, fühlte ich mich wieder einigermaßen geschützt. Danach kochte ich mir Nudeln und setzte mich an die Bearbeitung meiner Kurzvideos vom Vortag und vom heutigen Tag.
Sobald es dunkel wurde, verschwanden die Sandfliegen weitgehend. Dafür tauchten nun Moskitos auf – allerdings glücklicherweise nicht in annähernd so großer Zahl, sodass es noch erträglich blieb.
Schließlich ging ich, nach einem langen und anstrengenden Tag, relativ spät schlafen.





