Kea-Angriff in der Nacht – Schäden am Fahrrad und am Zelt
Nach einer Nacht voller Vogelgeräusche wachte ich auf und beschloss, zunächst die Situation zu überprüfen. Ich hatte bereits ein ungutes Gefühl und fragte mich, ob die Keas möglicherweise etwas beschädigt hatten. Als ich meinen Sattel sah, bestätigte sich meine Vermutung: Er war deutlich zerrupft. Auch an meinem Zelt entdeckte ich mehrere Stellen, die von den Vögeln beschädigt worden waren, was mich entsprechend verärgerte.
Darüber hinaus hatten die Tiere eine Verlängerung meines Schutzblechs abgebissen, den Schalt-Drehgriff meiner Rohloff-Schaltung angenagt sowie die Polster meiner Aerobar-Aufleger stark beschädigt. Zunächst frühstückte ich mit einigem Ärger und verschaffte mir einen Überblick über das gesamte Ausmaß der Schäden.
Anschließend setzte ich meine Fahrt fort, was glücklicherweise trotz des beschädigten Sattels noch möglich war. Unterwegs traf ich einen anderen Radreisenden, der mir seinen Sattel zeigte – dieser war vollständig zerbissen worden. Im Vergleich dazu war ich noch relativ glimpflich davongekommen. Dennoch hätte ich nicht erwartet, dass diese Vögel so großes Interesse daran haben, Materialien mit Weichmachern anzunagen.
Meinen Sattel reparierte ich zunächst provisorisch mit Gaffa-Tape, damit weder Feuchtigkeit noch Regen in die entstandenen Löcher eindringen konnten. Andernfalls hätte sich der Sattel mit Wasser vollgesogen, was auf Dauer zu einer sehr unangenehmen, ständig nassen Sitzfläche geführt hätte. Die Reparatur meines Zeltes verschob ich auf den nächsten Pausetag. Auch die Organisation eines neuen Sattels sowie der beschädigten Komponenten plante ich für diesen Tag ein.
Die Strecke führte zunächst relativ flach entlang der Küste durch regenwaldähnliche Wälder. Auf den letzten 15 Kilometern warteten jedoch noch einmal rund 600 Höhenmeter, verteilt auf drei Anstiege. Im Ort beim Fox-Gletscher konnte ich mir glücklicherweise in einem kleinen Supermarkt noch eine Fanta kaufen, die mir den nötigen Energieschub gab, um die verbleibenden Anstiege zu bewältigen.
Am frühen Nachmittag erreichte ich schließlich einen Campingplatz im Ort Franz Josef. Dort baute ich mein Zelt auf, erledigte noch einige Einkäufe für den bevorstehenden Pausetag und versuchte herauszufinden, wie ich einen neuen Sattel desselben Modells organisieren könnte.
Am Abend wusch ich schließlich nach sieben Tagen und über 8.000 gefahrenen Höhenmetern meine Radbekleidung. Entsprechend hatte sich einiges angesammelt. Da es relativ bewölkt war, kamen die Sachen anschließend in den Trockner. Währenddessen schnitt ich meine Kurzvideos, bevor ich schließlich müde ins Bett ging.










