Auf dem Weg in das Fjordland – Begegnungen und Bergpanorama
Am Morgen wachte ich ausgeschlafen auf, denn bis 10:30 Uhr war noch Regen angekündigt. Daher entschied ich mich bewusst, nicht im Nassen zu starten, sondern den Beginn meiner Etappe etwas zu verschieben. Nach einem kleinen Frühstück verabschiedete ich mich von Ewen und machte mich nach dem Ende des Regens auf den Weg Richtung Fjordland.
Heute blies mir zum Glück nur ein leichter Gegenwind entgegen. Die Strecke führte durch beeindruckende Landschaften – stetig bergauf und bergab, vorbei an weiten Tälern und immer höher hinein in die Bergwelt. Gleichzeitig nahm der Verkehr deutlich zu. Zahlreiche Busse und Mietwagen voller Touristen waren unterwegs, alle mit demselben Ziel: dem berühmten Milford Sound.
Bis Te Anau fuhr ich durch diese eindrucksvolle Kulisse. Dort legte ich eine Pause ein und kaufte im Supermarkt alles Nötige für die kommenden zwei Tage ein, da es unterwegs keine Versorgungsmöglichkeiten mehr geben würde. Zufällig traf ich dort auf eine deutsche Familie mit einem Camper. Sie erzählten mir, dass sie vor einigen Jahren – noch vor der Geburt ihres Kindes – selbst mit dem Fahrrad von Hanoi bis Singapur gereist waren. Diese gemeinsame Verbindung zum Radreisen schuf sofort ein Gespräch voller Erinnerungen und Begeisterung.
Spontan boten sie mir an, mich am nächsten Nachmittag samt Fahrrad vom Milford Sound zurück mitzunehmen. Dieses Angebot nahm ich dankbar an, und wir verabredeten uns für den folgenden Tag am Fjord.
Für mich ging es anschließend weiter – stetig hinein in die Berge von Fjordland. Die Landschaft wurde rauer, dramatischer und noch eindrucksvoller. Gegen 20:30 Uhr erreichte ich den ersten Campingplatz entlang der Strecke und entschied mich, dort zu übernachten. Es handelte sich um einen einfachen Selbstbedienungsplatz: ein Toilettenhäuschen, eine ausgewiesene Fläche für Zelte und eine wunderschöne Aussicht.
Ich baute mein Zelt auf und bereitete mir mein Abendessen zu. Später traf noch ein junges Paar aus Auckland ein, das ebenfalls hier übernachtete. Wir kamen ins Gespräch, tauschten Reiseerfahrungen aus und genossen die ruhige Atmosphäre dieses abgelegenen Ortes.
Als es zunehmend frisch wurde, zog ich mich in mein Zelt zurück. Mit dem Wissen, dass morgen einer der landschaftlichen Höhepunkte meiner Reise auf mich wartete, schlief ich zufrieden ein.











