Regen, Regenwald und ein letzter Kiwi-Moment
Nach einer kalten Nacht voller Regen begann heute der zweite Teil des Rakiura Track. Am Morgen baute ich mein nasses Zelt ab, frühstückte Toastbrot mit Erdnussbutter und etwas Obst und packte anschließend wieder alles sorgfältig in meinen Wanderrucksack. Dann machte ich mich auf die letzten Kilometer.
Der Weg führte erneut durch beeindruckende Natur: vorbei an schönen Buchten, einsamen Stränden und ursprünglichem, fast dschungelartigem Wald. Immer wieder gab es matschige Passagen, die ich vorsichtig umgehen musste. Mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken war das deutlich anspruchsvoller als am Vortag. Dennoch lagen „nur“ noch 13 Kilometer vor mir – eine überschaubare, aber dennoch fordernde Distanz.
Nach einigen Stunden erreichte ich schließlich wieder Oban. Zuerst trocknete ich mein Zelt auf dem Campingplatz und brachte anschließend den geliehenen Wanderrucksack zurück. Zurück im Hostel traf ich erneut das französische Pärchen. Gemeinsam bereiteten wir uns etwas zu Mittag zu und spielten noch eine Runde Skyjo.
Später verabschiedeten sie sich – sie flogen mit einer kleinen Propellermaschine nach Invercargill zurück aufs Festland. Für mich ging es etwas ruhiger weiter: Ich setzte mich für mehrere Stunden an meinen Blog und arbeitete an meiner Website.
Am Abend spazierte ich zum Fähranleger. Dort konnte ich beobachten, wie Pinguine aus dem Meer zurückkehrten und in ihren kleinen Höhlen zwischen den Felsen verschwanden – ein besonderes Naturschauspiel in der Abenddämmerung.
Doch der Tag war noch nicht ganz vorbei: Gemeinsam mit einem anderen Franzosen, den ich auf dem Trek kennengelernt hatte, zog ich später erneut los, um Kiwis zu entdecken. Zunächst hatten wir kein Glück. Doch nach etwa einer Stunde im dunklen Wald raschelte es plötzlich – und tatsächlich: Ein Kiwi zeigte sich im Schein unserer Rotlichter.
Dieser Moment war wieder einmal etwas ganz Besonderes. Müde, aber glücklich kehrte ich zurück und fiel erschöpft in mein Bett.
Ein intensiver Abschlusstag auf Stewart Island – voller Natur, Begegnungen und magischer Tiermomente.





