Durch Matsch und Wälder – erster Tag auf dem Rakiura Track
Heute Morgen klingelte der Wecker früh, denn eine längere Etappe stand bevor: mein erster Tag auf dem Rakiura Track. Dieser besondere Trek wird normalerweise in drei Tagen gewandert, doch ich hatte mir vorgenommen, die 32 Kilometer mit rund 750 Höhenmetern in nur zwei Tagen zu bewältigen.
Ich packte den Rucksack, den ich mir am Vortag ausgeliehen hatte, mit allem, was ich für zwei Tage brauchte: ausreichend Essen, Kleidung, Zelt, Schlafsachen, Kochsystem und Technik. Am Ende brachte er etwa 25 Kilogramm auf die Waage. Ein ordentliches Gewicht – besonders für jemanden, der sonst mit dem Fahrrad unterwegs ist und keinen Rucksack auf den Schultern trägt.
Schon nach kurzer Zeit spürte ich das Gewicht deutlich. Meine Schultern mussten sich erst an die ungewohnte Belastung gewöhnen. Die ersten Kilometer führten an schönen Stränden entlang und teilweise noch über eine geteerte Straße. Nach etwa fünf Kilometern begann der eigentliche Pfad.
Der Weg schlängelte sich durch malerische Wälder und war auf den ersten rund 15 Kilometern noch gut zu gehen. Doch danach wurde es zunehmend matschig – und das nicht nur für ein paar hundert Meter. Über mehr als zehn Kilometer hinweg waren viele Passagen so aufgeweicht, dass man links und rechts durch das Gebüsch ausweichen musste, um nicht knietief im Schlamm zu versinken. Diese Bedingungen forderten enorm viel Kraft und Konzentration.
Unterwegs traf ich zwei Deutsche, mit denen ich ein gutes Stück gemeinsam durch die Wälder wanderte. Die Gespräche halfen, die anstrengenden Abschnitte leichter zu nehmen und die Zeit schneller vergehen zu lassen.
Nach 23 Kilometern, unzähligen Matschpassagen, wunderschönen Wäldern und intensiver Naturerfahrung erreichte ich schließlich die North Arm Hütte beziehungsweise den angrenzenden Campingplatz. Dort waren bereits andere Wanderer angekommen: zwei Schweizer, zwei Franzosen – und ich.
Wir kochten uns etwas zu essen, tauschten Geschichten aus und spielten anschließend noch eine Runde Karten. Als bei einsetzender Dämmerung der Regen begann, zog sich nach und nach jeder in sein Zelt zurück.
Erschöpft, aber zufrieden kroch ich in meinen Schlafsack. Der erste Teil des Abenteuers war geschafft – und meine Beine wussten nun ganz genau, dass ich heute 23 Kilometer mit 25 Kilogramm auf dem Rücken unterwegs gewesen war.










