Tag
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Gegen den Wind bis ans Ende der Südinsel

Am Morgen schlief ich etwas länger – der Vortag hatte mich körperlich stark gefordert. Noch im Bett überprüfte ich die Wetter-App und sah sofort: wieder Gegenwind. Doch ändern konnte ich daran nichts. Also packte ich meine Sachen, schwang mich aufs Fahrrad und stellte mich erneut dem Wind.

Zunächst führten mich die letzten Hügel durch den bezaubernden Catlins Nationalpark. Noch einmal ging es auf und ab, bevor die Landschaft allmählich flacher wurde. Mit der offenen Ebene gewann jedoch auch der Gegenwind an Kraft und traf mich frontal. Jeder Kilometer erforderte Ausdauer.

Ich hatte mir vorgenommen, die Fähre in Bluff um 16:45 Uhr zu erreichen. Da ich erst um 10:00 Uhr gestartet war, blieben mir 6 Stunden und 45 Minuten für die Strecke. Entsprechend sparsam ging ich mit Pausen um – ich wollte mein Zeitfenster nicht ausreizen.

Mit gleichmäßigem Tritt und viel Durchhaltevermögen erreichte ich nach 95 Kilometern schließlich Bluff, den südlichsten Punkt meiner bisherigen Reise auf der Südinsel. Dort buchte ich mein Fährticket nach Stewart Island. Der Preis hatte es allerdings in sich: 75 Euro für mich und zusätzlich 15 Euro für das Fahrrad. Kein günstiges Vergnügen – aber die Insel wollte ich unbedingt erkunden. Also entschied ich mich dafür.

Gemeinsam mit einigen anderen Reisenden setzte ich mit dem Boot nach Oban über. Die einstündige Fahrt über das Wasser fühlte sich wie ein kleiner Übergang in eine neue Welt an. In Oban angekommen, beeilte ich mich zunächst zum Supermarkt, bevor er schloss, um meine Vorräte aufzufüllen.

Anschließend machte ich mich auf den Weg zum Hostel. Glücklicherweise bekam ich spontan noch ein Zimmer für eine Nacht – eine gute Entscheidung, denn für die Nacht war starker Regen angekündigt. Nach einem langen, windigen Tag war ich froh über ein trockenes Dach über dem Kopf.

Am Abend kochte ich mir Nudeln, erledigte meine Abendroutine und ließ den Tag ruhig ausklingen. Ein neuer Abschnitt meiner Reise hatte begonnen.