Tag
1

Durch den Catlins-Nationalpark mit Gegenwind, Regen und ein spätes Ankommen in der Curio Bay

Am heutigen Morgen klingelte mein Wecker früh. Doch es war noch kalt und alles war nass, sodass ich mir etwas Zeit ließ und erst später aufstand. Gegen 8:00 Uhr bereitete ich mir mein Frühstück zu: Brot mit Erdnussbutter sowie Apfel und Banane. Danach packte ich meine Sachen und machte mich auf den Weg.

Kaum hatte ich den Highway 1 erreicht, traf mich der Gegenwind frontal. Und er war nicht nur leicht – er war stark und zäh. Kilometer um Kilometer kämpfte ich mich voran, deutlich langsamer als gehofft. Jeder Tritt in die Pedale fühlte sich an wie ein kleines Ringen gegen die Natur.

Als ich schließlich den Catlins Nationalpark erreichte, wurde der Wind zwar nicht schwächer, doch es kamen zusätzliche Anstiege hinzu. Immer wieder zogen Regenschauer durch, die die Bedingungen noch anspruchsvoller machten. Im einen Moment schien die Sonne, im nächsten prasselte heftiger Regen auf mich herab. Ich konnte förmlich beobachten, wie die Wolken über die Hügel zogen, und oftmals bereits erahnen, in wie vielen Minuten der nächste Schauer einsetzen würde.

Die Landschaft war beeindruckend: saftig grüne Hügel, verstreute Schafe, kleine Berge und weite Natur. Doch mit starkem Gegenwind und unbeständigem Wetter können selbst die schönsten Strecken zu einer echten mentalen und körperlichen Herausforderung werden.

Nach etwa 120 Kilometern im Sattel und über 1.500 gesammelten Höhenmetern begann ich, nach einem Schlafplatz zu suchen. Innerhalb des Nationalparks wurde ich jedoch nicht fündig. Also entschied ich mich, weiterzufahren – bis zur Curio Bay. Ursprünglich war sie mein großes Tagesziel gewesen, doch bereits am Vormittag hatte ich diesen Plan wegen des Wetters innerlich aufgegeben.

Da ich keine Alternative fand, fuhr ich bis in die Dämmerung hinein. Gegen 21:30 Uhr erreichte ich schließlich Curio Bay – erschöpft, aber erleichtert. Auch dieser Ort ist für seine Pinguine bekannt. Doch durch meine Müdigkeit übersah ich zunächst den Zugang zu dem kleinen Weg, von dem aus man sie beobachten kann. Außerdem war es inzwischen ohnehin zu dunkel geworden.

So meldete ich mich an der Rezeption des Campingplatzes an, wartete kurz auf meinen Stellplatz und baute mein Zelt auf. Nach den Strapazen des Tages tat es gut, mich waschen zu können und in der Küche mein Abendessen zuzubereiten.

Eine Woche zuvor hatte ich in Oamaru eine ganz besondere Pinguinbegegnung erlebt – diese Erinnerung begleitete mich nun, auch wenn es heute keine neuen Sichtungen gab. Müde kroch ich schließlich in meinen Schlafsack und ließ diesen intensiven Tag ausklingen.