Wenn der Körper stoppt und der Kopf nicht weiterweiß
Heute Morgen musste ich mir eingestehen, dass sich mein Knie immer noch nicht verbessert hatte. Gleichzeitig gingen meine Essensvorräte zur Neige, sodass ich dringend Nachschub brauchte. Mein Plan war, bis nach Hampden zu fahren, wo es einen Supermarkt geben sollte.
Doch ich kam nicht weit. Schon einige Kilometer vor dem Ort meldete sich mein Knie so deutlich, dass mir klar wurde: Viel weiter würde es heute nicht mehr gehen.
Ich steuerte schließlich einen nahegelegenen Campingplatz an – zumindest würde ich dort in der Nähe von Zivilisation sein und vielleicht etwas Essbares auftreiben können. Zu meiner großen Überraschung erzählte mir die Besitzerin, dass in der Gemeinschaftsküche häufig Lebensmittel von Reisenden zurückgelassen würden und ich mich gern bedienen dürfe. Dieses unerwartete Angebot nahm ich dankbar an und bereitete mir Spiegeleier mit Nudeln zu – eine einfache Mahlzeit, die sich in diesem Moment wie ein kleines Geschenk anfühlte.
Den restlichen Tag verbrachte ich am traumhaft schönen Fluss direkt am Campingplatz. Doch so idyllisch die Umgebung auch war – ich konnte sie kaum genießen. Meine anhaltenden Knieprobleme belasteten mich inzwischen auch mental stark. Zum ersten Mal fehlte mir eine klare Perspektive. Wie sollte es weitergehen, wenn selbst kurze Etappen nicht mehr möglich waren?
Stundenlang rang ich mit meinen Gedanken, bis ich am Abend noch ein motivierendes Telefonat mit meinen Eltern führte. Gemeinsam kamen wir zu dem Entschluss, dass ich irgendwie bis nach Dunedin gelangen sollte, um dort einen Physiotherapeuten aufzusuchen. Vielleicht würde ich dort endlich Klarheit und einen Plan bekommen.
Mit diesen Gedanken kroch ich schließlich – innerlich erschöpft und verunsichert – wieder in mein Zelt.

