Tag
1

Zwischen Selbstzweifel und Meeresrauschen

Am Morgen war ich noch leicht müde von der ereignisreichen Nacht und dem intensiven Vortag. Als ich jedoch mein Knie überprüfte, machte sich Ernüchterung breit – es fühlte sich wieder schlechter an. Trotz dieser Erkenntnis blieb ich zunächst positiv, baute mein Zelt ab, frühstückte etwas und machte mich auf den Weg.

Bereits nach zehn Kilometern spürte ich jedoch deutlich, dass die Schmerzen zunahmen. Mir wurde klar, dass ich mich am Tag zuvor vermutlich überschätzt hatte. Also steuerte ich zunächst den Strand an, stellte mein Fahrrad ab und gönnte mir am Meer eine längere Pause. Ich hoffte, dass sich das Knie durch Ruhe wieder beruhigen würde.

Doch auch nach einigen Stunden besserte sich das Gefühl kaum; es fühlte sich weiterhin leicht blockiert an. Gleichzeitig benötigte ich dringend Lebensmittel und vor allem frisches Wasser. Also fuhr ich weiter in das nächste Dorf – nur um festzustellen, dass es dort weder einen Supermarkt noch einen Kiosk gab. Schließlich hielt ich ein vorbeifahrendes Auto an und fragte, ob ich irgendwo Wasser auffüllen dürfe. Der Fahrer wohnte direkt um die Ecke und ließ mich freundlicherweise seinen Wasserhahn benutzen. So konnte ich zumindest meinen Wasservorrat für die kommende Nacht und den nächsten Tag sichern. Da ich mich direkt an der Küste befand, war das Meerwasser keine Alternative – Salzwasser lässt sich mit meinem Filter natürlich nicht trinkbar machen.

Anschließend fuhr ich noch etwa sieben Kilometer weiter bis zu einem Strandabschnitt, an dem das Campen offiziell erlaubt war. Dort schlug ich mein Zelt auf und ließ den Abend ruhig ausklingen. Später kamen einige Neuseeländer mit ihren Pick-ups vorbei, fuhren mit einem getunten Rasenmäher über den Strand und entzündeten ein großes Lagerfeuer – eine Szene, die irgendwo zwischen Freiheit und Abenteuer wirkte.

Ich selbst zog mich früh ins Zelt zurück. Mit dem beruhigenden Rauschen des Meeres im Hintergrund hoffte ich, dass mein Knie am nächsten Morgen endlich wieder weniger schmerzen würde.