Zwischen Nieselregen, Neuseelands Alpen und türkisblauen Seen
Als ich am Morgen aufwachte, regnete es noch immer. Es war kein starker Regen, eher ein feiner Nieselregen, der jedoch in Kombination mit den kühlen 15 Grad alles andere als angenehm war. So frühstückte ich mein Brot mit Erdnussbutter im leichten Regen, packte meine Ausrüstung ein – vieles davon noch leicht feucht, da es in der Nacht kurz durch das Zelt geregnet hatte – und machte mich bei ungemütlichem Wetter auf den Weg.
Die tief hängenden Wolken, die links und rechts an den Berghängen klebten, hatten jedoch etwas Magisches. Langsam arbeitete ich mich über mehrere Kilometer einen großen Anstieg hinauf. Oben am Pass angekommen, wurde ich erneut mit einer beeindruckenden Aussicht belohnt: weitläufiges Grünland, unzählige Biotope und eine Landschaft, die in ihrer Vielfalt und Weite einzigartig wirkte.
Nach einiger Zeit erreichte ich den Lake Tekapo. Der See faszinierte mich sofort mit seiner intensiv strahlend blauen Farbe. Ich legte dort eine Pause ein, auch weil sich mein Knie bemerkbar machte. Mein Körper signalisierte mir deutlich, dass er sich erst wieder an die Belastung des Radreisens gewöhnen muss. In den vergangenen zwei Monaten hatte ich mir viel Auszeit genommen und deutlich weniger trainiert, weshalb ich nun bewusst auf diese Signale hörte und meine Belastung anpasste.
Mit mehreren kleinen Pausen setzte ich meinen Weg fort. Als ich schließlich vom Lake Tekapo in Richtung Lake Pukaki fuhr, staunte ich erneut. Die Strecke führte durch eine weitere malerische Landschaft, entlang eines leuchtend blauen Flusses und teilweise über eine kleine Offroad-Piste. Dieses Farbenspiel, kombiniert mit den mächtigen Bergen und dem Blick auf den höchsten Berg Neuseelands, den Mount Cook, ließ mich immer wieder innehalten.
Am Lake Pukaki fand ich schließlich einen wunderschönen Zeltplatz. Ich genoss noch die Sonne, ging kurz im etwa 15 Grad kalten Wasser baden und aß meine Nudeln mit Blick auf den Mount Cook auf der gegenüberliegenden Seite des Sees. Nachdem die Sonne untergegangen war und ich meine Abendroutine abgeschlossen hatte, funkelten unzählige Sterne am klaren Nachthimmel. Unter diesen Bedingungen ließ es sich wunderbar einschlafen.











