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Abschied mit Pancakes, Palmölrealität und Ankunft in Malakka

Heute Morgen stand ich wieder früh auf, da ich meine Reise weiter in Richtung Süden fortsetzen wollte. Zu meiner großen Überraschung bereiteten mir meine Gastgeber zum Abschied ein unglaublich liebevolles Frühstück zu: Pancakes mit leckerer Marmelade, Nüssen, Müsli und frischen, warmen Erdbeeren. Diese Geste war extrem herzerwärmend und zeigte mir einmal mehr, wie viel Gastfreundschaft mir auf dieser Reise begegnet.

Nachdem ich alles zusammengepackt hatte, verabschiedeten wir uns noch nicht sofort. Meine Gastgeber begleiteten mich ein Stück, da sie sonntags selbst immer eine kleine Radtour mit ihrem Tandem unternehmen. Irgendwann gabelten sich unsere Wege, wir winkten uns ein letztes Mal zu und ich fuhr weiter Richtung Süden.

Zunächst ging es noch durch viel Natur, vorbei an einer großen Sandgrube und – wie so oft in dieser Region – endlosen Palmölplantagen. Diese riesigen Monokulturen stimmen mich jedes Mal traurig. Vor allem der europäische Konsum trägt eine große Verantwortung dafür, auch wenn sich viele dessen nicht bewusst sind oder nicht darüber nachdenken.

Weiter führte mich der Weg am Flughafen sowie an der Formel-1-Strecke vorbei. Danach nahm ich eine von Komoot vorgeschlagene Abkürzung, die mich durch Dschungel sowie durch Palmöl- und Kokosnussplantagen führte. Irgendwann kam ich an einer Schranke heraus, an der ein Polizist stand und sich wunderte, wie ich überhaupt dorthin gelangt war. Als ich erklärte, dass ich Tourist sei, wurde ich jedoch freundlich durchgewunken.

So ging es weiter auf relativ leeren Straßen hinaus aus dem Großraum Kuala Lumpur. Es war Sonntagmorgen, und ich begegnete immer wieder Rennradgruppen, die mich freundlich grüßten – was ich natürlich erwiderte. Überraschenderweise war die Strecke heute sehr hügelig, was meine Waden und Oberschenkel deutlich spüren ließen.

Plötzlich endete eine Straße direkt vor einer großen Kaserne. Ein bewaffneter Soldat bat mich höflich, eine Umfahrung zu nehmen. Nun verstand ich auch, warum Google Maps diese Straße weder für Autos noch für Fußgänger vorgeschlagen hatte. Der kleine Umweg war jedoch kein Problem.

Mit 34 °C und hoher Luftfeuchtigkeit war es erneut sehr warm. Zum Glück versteckte sich die Sonne größtenteils hinter Wolken, sodass die Hitze erträglicher blieb. Immer wieder sah ich Affen in den Palmengruppen neben der Straße herumtollen. Gleichzeitig begegneten mir aber auch traurige Szenen: Affen, die wie kleine Kinder im Müll wühlten und nach Nahrung suchten. Solche Bilder gehen mir sehr nahe. Der Mensch verdrängt die Natur durch Monokulturen und Plastikmüll immer weiter, und die Tiere verlieren zunehmend ihre natürlichen Lebensräume und Nahrungsquellen.

Entlang der Andamanensee fuhr ich an mehreren Stränden vorbei und hatte immer wieder einen schönen Blick auf das Meer, vor dem sich zahlreiche Containerschiffe entlang der Küste aufreihten. Nach weiteren Hügeln und zunehmend stärkerem Verkehr erreichte ich schließlich etwa eine Stunde vor Sonnenuntergang die Stadt Malakka.

Die ersten beiden Unterkünfte konnte ich telefonisch nicht erreichen. Schließlich fand ich in der Altstadt eine gute Unterkunft für etwa 12 Euro. Dort duschte ich mich nur kurz, packte meine Sachen aus und machte mich direkt wieder auf den Weg, um die besondere Atmosphäre des sonntäglichen Nachtmarkts zu erleben – ein echtes Highlight. In einem unscheinbaren Laden entdeckte ich sogar ein paar ganz besondere Souvenirs.

Zum Abendessen wollte ich es unkompliziert halten: viel Reis, Eier und etwas Gemüse. Die Kommunikation im Restaurant gestaltete sich jedoch etwas chaotisch. Am Ende bekam ich dreimal dasselbe Gericht – jeweils eine Portion Reis mit einem Ei und ein paar Gurkenscheiben. Es sah etwas wild aus, erfüllte aber genau seinen Zweck und gab mir die Energie zurück, die ich nach diesem langen Tag dringend brauchte.

Anschließend schlenderte ich noch eine Weile die berühmte Jonker Street entlang, die für ihren Nachtmarkt bekannt ist, genoss die vielen Lichter und die lebendige Atmosphäre und ging danach müde, aber zufrieden ins Bett.