Tag
1

Ankunft in Kuala Lumpur bei meinem Warmshowers-Host


Am heutigen Morgen wachte ich wieder früh auf, begleitet vom Vogelgezwitscher rund um meine Bikepacking-Unterkunft. Da ich in meinem Zelt im überdachten Bereich geschlafen hatte und der Ventilator die Zellwand nicht durchdringen konnte, war die Nacht sehr heiß und extrem feucht. Am Morgen war alles noch klamm und teilweise noch nasser als zuvor – die Luftfeuchtigkeit hier ist wirklich enorm.

Nachdem ich mir Instant-Nudeln gemacht und ein paar Nüsse gegessen hatte, packte ich alles wieder zusammen und montierte meine Taschen am Fahrrad. Dann verabschiedete ich mich herzlich und fuhr auf den Highway, der mich Richtung Kuala Lumpur bringen sollte. Da es keine Alternativstraßen gab, fuhr ich 80 km auf dem Highway, der zunehmend befahren und unübersichtlich wurde.

Nach etwa 50 km legte ich meine erste Pause bei einer Tankstelle ein. Endlich konnte ich mich in einem gekühlten Raum kurz erholen, denn die Kombination aus Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit war wirklich drückend – besonders beim Stehen an Ampeln merkt man das deutlich. Während der Fahrt half immerhin der Fahrtwind etwas, aber sobald man stehen bleibt, wird die Hitze gnadenlos.

Später gab es nur noch Express-Highways, auf denen Fahrräder offiziell nicht fahren dürfen. Glücklicherweise führte die Auffahrt direkt zu einem extra Motorradweg, den ich gut für mein Fahrrad nutzen konnte. Die Motorräder selbst benutzten diesen Weg kaum, sodass ich zumindest sicherer vom LKW-Verkehr getrennt unterwegs war.

Um 14:00 Uhr kam ich schließlich bei meinem Warmshowers-Host Chad an. Er lebt in einer umzäunten Wohnanlage, was mich zuerst überraschte. Ich hatte angenommen, dass dies ein Gebiet mit Luxusvillen sei, aber offenbar ist diese Art von Wohnsiedlung hier für die Mittelklasse normal. Sie ist umzäunt, gesichert, schützt vor Straßenhunden, Affen und ungebetenen Besuchern – Kriminalität ist hier generell niedrig.

Ich machte zunächst einen kurzen Abstecher zu einem Supermarkt in der Nähe, besorgte Vorräte für die kommenden Ruhetage und aß etwas Reis mit Ei. Danach kehrte ich zurück zu Chad und seiner Frau. Während Chad das Abendessen vorbereitete, unterhielten wir uns lange über Gott und die Welt. Als seine Frau, eine Lehrerin in der Nähe, nach Hause kam, aßen wir gemeinsam und führten noch intensive Gespräche.

Den Abend ließ ich anschließend in meinem eigenen Gästezimmer ausklingen. Dank der Klimaanlage war der Raum ein wahrer Segen, denn bei 35° tagsüber und 30° nachts mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit ist eine kühle Unterkunft wirklich Gold wert.