Erste Eindrücke in Malaysia
Heute Morgen startete ich früh aus meiner Unterkunft. Ich entschied mich nicht für den schnellsten Grenzübergang, der mich direkt zur nächstgrößeren Stadt gebracht hätte, sondern für einen alternativen Übergang, der mir noch ein Stück Natur in Malaysia ermöglicht. Nach etwa 15 km überquerte ich die Grenze – problemlos, und die Beamten auf beiden Seiten waren freundlich und hilfsbereit.
Nach der Einreise begann das übliche Prozedere: einen Geldautomaten finden, trotz der hohen Gebühren, und in der nächstgrößeren Stadt eine Simkarte besorgen, um überall Internet zu haben. Glücklicherweise hatte ich in Thailand noch Vorräte gekauft, da die Preise in Malaysia deutlich höher sind.
Die Landschaft am Anfang war hügelig, mit Karstfelsen und großen, überfluteten Reisplantagen, die sich links und rechts der Straße entlangzogen. Ich fuhr vor allem auf kleineren Küstenstraßen, fernab der großen Straßen, um die Natur besser genießen zu können.
Nach 80 km legte ich eine Pause in einem klimatisierten Seven Eleven ein und aß mein zweites Lunchpaket, das mir die Gastgeberin aus Thailand gepackt hatte. Die Hitze und Feuchtigkeit waren extrem drückend, und ein starker Seitenwind bremste mich zusätzlich immer wieder. Ich hoffte, dass in den kommenden Tagen der Rückenwind zurückkehren würde.
Entlang der Reisfelder wurden manche Felder von Traktoren mit Planierraupenaufsätzen bearbeitet. Hunderte Reiher – Silberreiher, Kuhreiher, Nachtreiher und einige exotische Arten – suchten dort nach Nahrung. Die Kombination aus Vogelvielfalt, Landwirtschaft und Natur hinterließ einen ersten sehr positiven Eindruck von Malaysia. Dazu winkten mir viele Menschen freundlich zu und feuerten mich an – solche Begegnungen motivieren mich immer sehr und zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht.
Bei einer kleinen Pause kaufte ich mir noch eine kühle Fanta, um den Zuckerverlust durch die Hitze auszugleichen. Ein Einheimischer kam ins Gespräch und zeigte großes Erstaunen über meine Reiseroute. Auch mir erschien manchmal unvorstellbar, welchen langen Weg ich bereits hinter mir hatte – fast schon abstrakt.
Nach etwa 145 km erreichte ich Tanjung Dawai. Hier endete der Straßenweg, und ich hätte nur über einen großen Umweg zur nächsten Brücke den Fluss überqueren können. Glücklicherweise lag bereits ein kleines Boot am Anleger, und ich handelte einen Preis für eine private Bootstour aus. Für etwa 8 € brachte mich der 24-jährige Bootsführer samt Fahrrad sicher auf die andere Seite.
Da es schon dämmerte und die Nacht Regen bringen sollte, wollte ich nicht mein Zelt aufbauen. Zunächst versuchte ich, ein Homestay zu finden – die meisten Unterkünfte waren entweder ausgebucht oder viel zu teuer, wie ein Resort am Strand mit 60 € pro Zimmer, das sich an wohlhabende Touristen richtet.
Schließlich fand ich doch noch ein freies Homestay-Zimmer, und konnte den Preis von 20 € auf 16,50 € herunterhandeln. Für Malaysia ein fairer Preis: Klimaanlage, eigenes Bett und Bad inklusive. Müde nach einem langen Tag ging es dann in mein erstes Bett in Malaysia.











