Abschied aus Südthailand und der Übergang zum Islam
Heute Morgen wachte ich vom Vogelgezwitscher der Dschungelatmosphäre auf. Ich packte zügig meine Sachen, zog mich um und machte mich startklar. Während ich die Fahrradtaschen montierte und die Kette frisch schmierte, kam schon die Besitzerin der kleinen Kochstube, die mir am Vortag angeboten hatte, ein Frühstück zuzubereiten. So bekam ich stärkenden Reis mit Gemüse und Ei – genau das, was ich nach den letzten Tagen brauchte.
Eine ältere Dame verpackte mir außerdem mehrere kleine Dschungelbananen, deutlich kleiner als die Bananen, die man in Europa kennt. Überraschenderweise packte die Köchin auch zwei Portionen meines Frühstücks als Wegzehrung ein. Ich unterhielt mich noch kurz mit ihr und verabschiedete mich herzlich. Sie hatte mir kostenlos einen Raum mit Matratze zur Verfügung gestellt, Abendessen, Frühstück und Verpflegung organisiert – einfach unglaublich. Diese herzlichen Begegnungen erinnerten mich sehr an Zentralasien, wo ich Ähnliches erlebt hatte.
Nach diesem berührenden Abschied ging es für mich weiter entlang der Küstenstraße. Anfangs kam ich noch nicht richtig in den Flow, da ein stetiger Gegenwind von der Küste mir entgegenblies – besonders spürbar heute. Also hieß es: Zähne zusammenbeißen und kämpfen. Nach 50 km legte ich meine erste Pause bei einem Seven Eleven Supermarkt ein, gönnte mir einen Softdrink und etwas zu essen.
Kurz darauf entdeckte ich einen wunderschönen Tempel mit einer riesigen Buddha-Statue auf der anderen Straßenseite. Ich hielt sofort an, um mir alles anzuschauen. Die Statue war beeindruckend – mit einem Kranz aus offenen Schlangenmündern um den Kopf, vielen kleineren Statuen und zwei imposanten, reich geschmückten Wachen am Eingang.
Bei Kilometer 85 machte ich Mittagspause. Dank des Frühstückspakets der Gastgeberin musste ich nicht kochen, sondern setzte mich auf eine Bank vor dem Seven Eleven und aß mein Essen in Ruhe. Anschließend ging es über eine größere Straße durch die Stadt Songkhla. Hier nahm der Verkehr wieder zu, die Straßen wurden breiter, und ich sah immer wieder verzierte Tempel. Gleichzeitig tauchten immer mehr Moscheen auf, und viele Frauen trugen Kopftücher. Ich merkte, dass ich mich geographisch dem Übergang vom buddhistischen Süden Thailands hin zu muslimisch geprägten Regionen näherte – ein Vorgeschmack auf Malaysia.
Nach 155 km kam ich schließlich in Sadao an. Nach dem Einchecken in eine kleine Unterkunft machte ich mich auf die Suche nach einem Restaurant, in dem ich wieder stärkenden Reis bekommen konnte. Ich lief zunächst in die falsche Richtung, bis mir ein freundlicher Einheimischer erklärte, dass das gesuchte Restaurant auf der anderen Straßenseite sei. Er bot mir sogar an, mich dorthin zu fahren. Zwei Minuten später saß ich in der Kochstube und konnte mein wohlverdientes Essen genießen.
Zum Abschluss kaufte ich beim Seven Eleven noch ein paar Snacks für morgen früh, da ich nur noch 14 km bis zum Grenzübergang nach Malaysia habe.







