Regen, Gegenwind und das ersehnte Meer
Am Morgen wachte ich erholt in meiner Unterkunft auf. Ich packte meine Sachen zügig zusammen, befestigte alle Taschen am Fahrrad und startete in den neuen Tag. Da für heute wieder viel Regen angesagt war, zog ich direkt meine komplette Regenausrüstung an – und das war auch nötig. Schon am frühen Morgen begleitete mich leichter Nieselregen in Kombination mit Gegenwind, der das Vorankommen etwas anstrengender machte.
Die Route führte mich zunächst über kleinere Wege durch die Natur und Palmölplantagen. Dort konnte ich das einfache Leben der Palmölbauern gut beobachten, die mit ihrer Ernte beschäftigt waren und ihrem alltäglichen Rhythmus nachgingen. Immer wieder kam ich auch an prächtigen buddhistischen Tempeln vorbei, die wie farbenfrohe Inseln aus der grünen Landschaft herausragten.
Gegen Mittag erreichte ich die Stadt Surat Thani. Um dem dichten Stadtverkehr zu entgehen, nahm ich eine Umfahrung über den Highway, die mich über mehrere Brücken und Kanäle wieder zurück auf meine südlich verlaufende Route brachte.
Da ich beschlossen hatte, mir bald einen Ruhetag am Meer zu gönnen, um die Strände Thailands noch etwas zu genießen, bevor ich weiter nach Malaysia fahre, bog ich schließlich Richtung Osten ab. Auf dem Weg nach Sichon wartete ein größerer Hügel mit rund 120 Höhenmetern, der mir die letzten Kraftreserven des Tages abverlangte. Am Himmel zogen schon dunkle, beinahe pechschwarze Wolken auf – die den ganzen Tag über gedroht hatten –, doch glücklicherweise blieb ich trocken.
Zum Mittag fand ich diesmal nichts Vegetarisches in den kleinen Straßenrestaurants, also holte ich mir eine Portion Instantnudeln beim Seven Eleven – nicht gerade ein Festmahl, aber ausreichend, um wieder Energie zu tanken. Danach ging es die Abfahrt hinunter in Richtung Küste.
Nach 165 Kilometern erreichte ich schließlich Sichon, eine kleine Stadt direkt am Meer. Ich suchte mir dort die günstigste Unterkunft, die ich finden konnte – 11 Euro pro Nacht – und entschied, zwei Nächte zu bleiben, um einen wohlverdienten Pausentag einzulegen.
Von Bangkok bis hierher bin ich in nur fünf Tagen rund 750 Kilometer gefahren – da darf man sich eine kleine Auszeit am Meer wirklich gönnen.







