Tag
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Natur, Märkte und magische Tempel – mein letzter Tag in Bangkok 
 
 
Heute Morgen stand ich wieder früh auf und machte mich mit einem Grab-Roller-Taxi auf den Weg nach Bang Kachao – einer grünen Insel im Südosten Bangkoks. Sie gilt als die „grüne Lunge“ der Stadt: echter Dschungel mitten zwischen den unzähligen Hochhäusern und dem endlosen Asphaltmeer der Metropole. 
 
Nachdem ich mit dem Roller angekommen war, setzte ich mit einer kleinen Fähre über den Fluss und stand plötzlich mitten in der Natur. Ich lieh mir ein Fahrrad aus und begann, die schmalen, wunderschönen Wege durch die Mangrovenwälder und Dschungelpfade zu erkunden. Überall hörte ich Vögel, Insekten und sogar Affen – sehen konnte ich sie kaum, da sich die Tiere in dem dichten Grün natürlich lieber verstecken. 
 
Im nördlichen Teil der Insel fuhr ich durch einen Mangrovenwald und anschließend durch einen zentralen Park, in dem mehr Menschen unterwegs waren. Dort gab es Infotafeln zur Tierwelt und befestigte Wege, die zu einem kleinen Birdwatch-Turm führten. Danach ging es weiter zum Bang Nam Phueng Floating Market. 
 
Dort herrschte das typische Marktchaos – Streetfood, Souvenirs, Kleidung, Gewürze und „Markenartikel“, die wohl eher „Copy from Copy“ waren. Die Atmosphäre war lebendig, laut und bunt – ein bisschen wie auf einem türkischen Basar, nur eben thailändisch. Ich schlenderte durch die engen Gassen, probierte mich durch das Streetfood-Angebot und ließ mich einfach treiben. Nach einem leckeren Mittagessen in einem Restaurant gegenüber fuhr ich wieder mit dem Fahrrad zurück zum Fähranleger, gab mein Rad ab und setzte über den Fluss. 
 
Mit einem weiteren Roller-Taxi machte ich mich auf den Weg zu meinem nächsten Ziel: dem Chatuchak Weekend Market, dem größten Markt in ganz Südostasien. Dort verliert man wirklich schnell die Orientierung – tausende Stände, enge Gänge, kaum Ausschilderung. Zwischen viel Ramsch entdeckte ich aber auch einige schöne Handwerksstände. Natürlich gab es auch hier wieder unzählige Streetfood-Stände mit exotischen Früchten, Getränken und Speisen – Mango in allen Variationen war besonders präsent. 
 
Nach einiger Zeit wurde mir das Gewusel zu viel. Ich gönnte mir noch einen kleinen Snack und fuhr mit dem Roller zurück zu meiner Unterkunft. Dort reinigte ich mein Fahrrad, das immer noch voller Schlamm aus Laos war, und setzte mich anschließend an meinen Blog, um die letzten zehn Tage zu aktualisieren. Gegen 16:50 Uhr war ich endlich fertig. 
 
Danach nahm ich erneut einen Roller – diesmal für umgerechnet nur 50 Cent – und ließ mich zum Fähranleger bringen, der mich auf die andere Seite des Flusses zum Wat Arun Tempel brachte. Ich kam genau zur goldenen Stunde an, als die Sonne langsam unterging und der Tempel in warmes Licht getaucht wurde. Diese Stimmung war einfach magisch. 
 
Zufällig sprach mich dort eine Backpackerin aus Belgien an, und wir verstanden uns sofort gut. Gemeinsam schlenderten wir durch die Tempelanlage, bestaunten die Architektur und ließen die Atmosphäre auf uns wirken. Anschließend gingen wir zusammen in der Stadt etwas essen – traditionelles Pad Thai, in meinem Fall die vegetarische Variante mit Tofu und Ei. 
 
Beim Bezahlen versuchte man mich dann allerdings zu scammen. Der Preis auf der Rechnung war deutlich höher als angegeben. Als ich einen Zahlungsbeleg verlangte, wurde der Betrag plötzlich um 80 Baht reduziert – der echte Preis. Leider passiert so etwas immer wieder, und viele Touristen merken es gar nicht. Ich habe jedoch ein gutes Gespür für Menschen und Geld, und so fiel mir der Trick schnell auf. 
 
Da ich bereits müde war und noch meine Backups von den Hauptkameras machen wollte, verabschiedete ich mich von der Belgierin und fuhr zurück in meine kleine Unterkunft. Das Zimmer war winzig, ohne Klimaanlage, nur mit einem Ventilator – aber für eine Nacht völlig ausreichend. Ich beantwortete noch ein paar E-Mails, machte meine Datensicherungen und packte meine Sachen für den nächsten Tag, an dem es endlich wieder mit dem Fahrrad weitergeht. Zum Abschluss gönnte ich mir noch einen kleinen Filmabend, bevor ich erschöpft, aber zufrieden einschlief.