Zwischen Großstadtverkehr, Schlangenrettung und Dorfleben
In der Nacht hatte es wieder geregnet. Da ich jedoch in einem Homestay übernachtet hatte, blieb ich trocken und konnte meine Sachen am Morgen entspannt packen und losfahren. Auch heute ging es zunächst wieder über ein paar Hügel, die jedoch deutlich angenehmer waren als die steilen Anstiege am Vortag.
Anschließend führte mich der Weg durch die größere Stadt Lao Cai. Dort war es sehr trubelig, und plötzlich teilte ich mir die Straße mit unzähligen LKWs. Das Fahren war extrem anstrengend, da sich die großen Fahrzeuge ständig dicht an mir vorbeischoben und hupten.
Nach einigen Kilometern entdeckte ich plötzlich eine Schlange, die sich über die Straße schlängelte. Da dort wegen eines Brückenbaus dauerhaft schwere LKWs unterwegs waren und die Fahrbahn auf eine Spur verengt war, wäre sie beim nächsten Fahrzeug unweigerlich überfahren worden. Als ich mich näherte, blieb sie mitten auf der Straße regungslos liegen – vermutlich ein Tarninstinkt, der ihr jedoch zum Verhängnis geworden wäre.
Also nahm ich einen Stock und half ihr vorsichtig, sich in Richtung Sicherheit zu bewegen. Das gelang, und auf einer brachliegenden Fläche neben der Straße konnte ich sie mir mit etwas Abstand noch genauer ansehen. Ein sehr faszinierendes Tier, wie ich finde.
Danach fuhr ich weiter, überquerte noch einen größeren Hügel und erreichte am Abend bei wunderschönem Sonnenuntergang ein kleines Dorf. Dort saß eine Gruppe von Männern zusammen, einer davon offensichtlich schon angetrunken, der mich unbedingt zu sich an den Tisch holen wollte. Ich stimmte zu – nicht zuletzt, weil dort reichlich Essen aufgetischt war.
Ich aß viel Reis, Tofu, Gemüse und Salat. Immer wieder boten sie mir Fleisch und Fisch an, was ich jedoch dankend ablehnte. Moralisch kann ich hier kein Fleisch essen, da ich sehe, wie Tiere oft gehalten, behandelt und transportiert werden. Währenddessen wurde ein Schnaps nach dem anderen ausgeschenkt, die Stimmung bei den Männern wurde ausgelassener, und für mich war immer deutlicher, dass es Zeit wurde, mich zu verabschieden.
Schließlich ging ich in meine Unterkunft, wo ich mich für die Nacht regenerierte.







