Aufstieg nach Shangri-La
Am heutigen Morgen stand mir eine Etappe mit vielen Höhenmetern bevor. Mein Ziel war die Stadt Shangri-La. Zwar hätte ich am Fluss weiterfahren und mir so einen Großteil des Anstiegs ersparen können, doch dann wäre mir die Gelegenheit entgangen, diese besondere Stadt zu besuchen. Also entschied ich mich für den Aufstieg von 2000 m auf 3700 m.
Der Anstieg führte stetig bergauf. Während der Jinsha-Fluss immer kleiner wurde, gelangte ich zunehmend in luftige Höhen. Auf einer Brücke bot sich mir ein kurioses Bild: 15 Kühe blockierten eine Fahrspur, lagen dort völlig entspannt und wiederkäuend, als gehöre die Straße ihnen allein. Die Autofahrer hielten respektvoll Abstand – ein Zeichen dafür, dass die Tiere hier offenbar besondere Bedeutung haben. Die Ruhe, die sie ausstrahlten, war beeindruckend.
Weniger angenehm war jedoch der starke Verkehr. Die Straße war vielerorts eng, und die LKWs mussten sich mühsam an mir vorbeiquetschen. Manche Situationen waren durchaus heikel, doch nach all den bisherigen Erfahrungen weiß ich inzwischen sehr genau, wie ich mich in solchen Momenten zu verhalten habe.
Nach 1700 Höhenmetern erreichte ich schließlich die Passhöhe. Das Wetter hatte bis dahin erstaunlich gut gehalten, auch wenn die Wolken zunehmend dunkler wurden. Von dort ging es noch 300 Höhenmeter abwärts in die Stadt Shangri-La.
Im Hotel angekommen, gönnte ich mir nach der schweißtreibenden Auffahrt eine lange Dusche und ein ausgiebiges Abendessen. Die nächsten beiden Tage werde ich nun hier verbringen und die Stadt erkunden.






