Ein Tag zum Durchatmen – Thermalquelle, Reparaturen und ein rotes Band fürs Glück
Heute gönnte ich meinem Körper einen echten Ruhetag. Am Morgen plante ich noch die Kurzvideos für die kommenden Tage vor, damit ich unterwegs nicht ans Hochladen denken muss. Zum Frühstück gab es einfache Instant-Nudeln – in China fast überall erhältlich, schnell zubereitet, günstig und dennoch überraschend lecker. Danach entspannte ich erst einmal im Hotelzimmer und füllte meine Energiespeicher auf.
Am Vormittag wusch ich meine Fahrradsachen im Vorhof, wo eine Waschmaschine stand. Anschließend fragte ich die Betreiberin nach einer Näherei, da meine Regenjacke am Reißverschluss einen Defekt hatte und auch das Band meiner Sonnenkappe gerissen war. Nach etwas Sucherei durch die verwinkelten Gassen von Batang fand ich schließlich die kleine Schneiderei. Die Näherin brauchte gerade einmal fünf Minuten, um alles zu reparieren. Besonders beeindruckte mich, wie sie die kaputten Zähnchen des Reißverschlusses wieder einfädelte und die Stelle so fixierte, dass ich die Jacke weiterhin problemlos nutzen kann.
Danach machte ich einen Spaziergang durch Batang. Vom Hotel bis zu den Thermalquellen waren es knapp sechs Kilometer, sodass ich gemütlich durch die geschäftigen Straßen mit ihren vielen kleinen Läden bummelte. Am Ziel war kein Schild zu sehen, aber die Betreiberin hatte mir die richtige Adresse markiert. So stand ich plötzlich im Wohnzimmer einer tibetischen Familie, die jedoch sofort wusste, was ich suchte, und mich durch ihren grünen Garten zu fünf kleinen Badehäusern führte. Dort füllte man für mich ein Becken mit rund 40 °C heißem Wasser – perfekt, um die Verspannungen der letzten Tage zu lösen. Für gerade einmal drei Euro eine kleine Oase der Erholung.
Eigentlich wollte ich mir danach ein Taxi zurück zum Hotel nehmen, scheiterte jedoch an der chinesischen App. Also streckte ich spontan den Daumen raus – und wurde direkt vom ersten Auto mitgenommen. Ein freundlicher Mann, der in der Stadt für die Begrünung zuständig ist, brachte mich bis vor die Hoteltür. Zum Abschied band er mir ein rotes Band ums Handgelenk – ein buddhistisches Segensband, das mich auf meiner weiteren Reise beschützen und wohlbehalten ans Ziel bringen soll.
Zurück im Hotel ruhte ich mich noch etwas aus und ging am Abend erneut in dasselbe Restaurant wie am Vortag. Es schmeckte wieder köstlich – ein runder Abschluss für einen Tag, der genau das brachte, was ich gebraucht hatte: Ruhe, Wärme und ein Stück Herzlichkeit.





