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Zurück in Bischkek: Neues Rad, neues Setup, neues Kapitel

Heute Morgen um 7:00 Uhr kam ich nach meinem zehnstündigen Flug wieder in Bischkek an – mit dabei: mein repariertes Fahrrad mit neuem Rahmen und einigen neuen Anbauteilen. Geflogen bin ich mit AJet, auf beiden Strecken. Leider konnte ich während des Flugs kaum schlafen – die Sitzabstände waren für meine Größe einfach viel zu eng, sodass meine Knie ständig gegen den Vordersitz drückten. Ein wenig Schlaf ging dann aber doch, bevor wir in Kirgistan landeten.

Direkt am Flughafen wurde ich von einem Taxifahrer abgefangen, der mir zuerst einen utopischen Preis von 40 € für die Fahrt nach Bischkek mit Fahrradkarton nannte. Da ich die realistischen Preise kannte, handelte ich ihn auf 15 € herunter – beim Hinweg hatte ich mit Yandex Go nur 12 € bezahlt, also war das okay für mich. Immerhin sparte ich mir so lange Diskussionen über die Größe des Kartons und unnötiges Warten.

Bei Haidos, dem Fahrradmechaniker, kam ich gegen 8:00 Uhr an. Er hatte mir meine Taschen netterweise aufbewahrt und war noch vor Ort, um mich zu empfangen. Ich ging erst mal in den Supermarkt, um mir etwas zu trinken zu holen – ich hatte im Flugzeug vergessen, meine Trinkflasche aufzufüllen und war ziemlich ausgetrocknet. Danach baute ich mein Rad wieder aus dem Karton auf, schraubte alles zusammen und gönnte mir etwas Mittagessen.

Am Nachmittag fuhr ich ins Zentrum von Bischkek, um die Stadt ein wenig zu erkunden. Da aktuell keine Free Walking Touren angeboten wurden, suchte ich mir die wichtigsten Infos über die Sehenswürdigkeiten kurzerhand bei Wikipedia zusammen. Viel weltbewegend Interessantes gibt es hier zwar nicht, aber die vielen grünen Parkanlagen haben definitiv ihren Charme.

Am späten Nachmittag traf ich mich mit Craig, dem australischen Radreisenden, den ich noch aus dem Hostel in Osh kannte. Wir führten bei ihm im Hostel wieder schöne Gespräche – über das Reisen, das Leben, die Zukunft.

Zurück bei Haidos hieß es für mich: Alles neu packen. Ich hatte beim Heimflug einige Dinge aussortiert, andere wiederum neu eingepackt. Jetzt galt es, die perfekte Ordnung in den Taschen wiederherzustellen. Nach ein wenig Hin- und Herräumen hatte schließlich alles seinen Platz – und mein Gepäck war merklich leichter als vor dem Rahmenbruch.

Den Tag ließ ich mit einer Pizza im Restaurant gegenüber ausklingen und ging früh schlafen – voller Vorfreude auf den morgigen Tag, an dem das große Abenteuer endlich weitergeht.