Tag
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Erholungstag in Murghob: 
Gespräche, Internet und neue Impulse

Am heutigen Tag nahm ich mir bewusst eine Pause. Die letzten Etappen waren extrem anstrengend – körperlich wie mental – und so gönnte ich mir einen Erholungstag in Murghob.

In meiner Unterkunft traf ich auf eine andere Radreisende: Uta, eine Lehrerin aus Heidelberg, die ein Sabbatjahr eingelegt hat. Bald geht es für sie zurück nach Deutschland und in ihren Berufsalltag. Wir unterhielten uns lange über unsere Reisen, die Höhen und Tiefen, und es tat richtig gut, sich mit jemandem auszutauschen, der ähnliche Erfahrungen gemacht hat. Sie verstand sofort, was ich meinte, als ich von den oft sehr netten, aber manchmal auch nervtötenden Kindern in Tadschikistan erzählte – etwas, das Außenstehende oft nicht ganz nachvollziehen können.

Nebenher nutzte ich das erstaunlich stabile Internet in Murghob – immerhin auf 3600 Metern Höhe – um meine Kurzvideos weiterzuschneiden. Es war schön, endlich ein bisschen digitale Arbeit nachzuholen.


Später lernte ich noch ein niederländisches Paar kennen, das nach dem Berufsleben nun die Welt mit dem Fahrrad erkunden möchte. Wir hatten inspirierende Gespräche über Langzeitreisen und das Loslassen von Alltag und Routine.

Im Hotel mit dem guten Starlink-Internet kam ich am Nachmittag außerdem mit ein paar Australiern ins Gespräch. Da ich selbst vorhabe, nächstes Jahr mit dem Rad durch Australien zu fahren, war es für mich Gold wert, von ihnen direkt Tipps zu Routen, Regionen und klimatischen Bedingungen zu bekommen.

Als am Abend meine soziale Batterie zur Neige ging, zog ich mich in meine Unterkunft zurück und packte in Ruhe meine Taschen für die morgige Etappe. Körperlich war es heute ruhig – aber geistig unglaublich bereichernd.