Von Alichur nach Murghob: Reparatur, Regenschauer und neue Begegnungen
Heute nahm ich mir eine längere Etappe von Alichur nach Murghob vor. Die Straßen waren einigermaßen gut geräumt, sodass ich von den 3900 Metern, auf denen ich übernachtet hatte, relativ gut auf 4200 Meter kam – dort lag der Pass, den ich heute überqueren musste. Oben angekommen, war das Wetter wieder rau, aber die Landschaft unglaublich schön.
Nach etwa 30 Kilometern, noch vor dem Pass, bemerkte ich an meinem Mantel etwas Ungewöhnliches. Ein Blick nach hinten offenbarte, dass aus meinem Mantel an einer Stelle der Schlauch herausragte. Also hieß es anhalten, das Hinterrad abmontieren, die Spannung des Riemens lösen, Mantel und Schlauch ausbauen und das Problem genauer ansehen. Überraschenderweise war der Schlauch unbeschädigt, aber der Mantel hatte sich von seiner Außennaht gelöst.
Glücklicherweise hatte ich einen Ersatzmantel dabei, den ich jetzt einbauen konnte. Mit dem alten Schlauch, neuem Mantel und aufgepumptem Reifen baute ich alles wieder zusammen, spannte den Riemen und konnte weiterfahren.
Oben auf dem Pass machte ich eine kleine Pause und aß ein paar Kekse. Danach ging es den Pass hinab auf relativ gut geteerten Straßen. Plötzlich zogen schnell dunkle Wolken auf, und ich zog mir meine Regensachen an. Genau in diesem Moment kamen die Italiener mit ihrem Van vorbei. So konnte ich mich im trockenen und windgeschützten Van umziehen, bevor ich weiterfuhr.
Je weiter ich nach unten kam, desto besser wurden die Straßen. Einfach mal das Fahrrad rollen lassen, den Fahrtwind im Gesicht spüren und dabei die Landschaft genießen – das brachte mir viele Glücksgefühle und ließ mich zügig vorankommen.
Gegen 16:00 Uhr erreichte ich nach 105 Kilometern Murghob, die Hauptstadt der Pamirregion. Dort traf ich gleich einige Radfahrer: Ein Schweizer, der seit 2022 unterwegs ist, und bereits Südamerika, Neuseeland, Australien und Indonesien durchquert hat und von Singapur zurück in die Schweiz fährt – eine beeindruckende Reise, die bei mir in umgekehrter Richtung im Kopf herumschwirrt.
Außerdem traf ich ein Ehepaar aus Neuseeland, das mit ihrem Tandemrad von Singapur zurück nach Frankreich fährt, sowie die deutschen Jungs, die ich in Dushanbe im Green House Hostel kennengelernt hatte und die ebenfalls nach Japan unterwegs sind.
Murghob ist wirklich ein Treffpunkt für Reisende, die aus Kirgistan kommen oder dorthin wollen. Ich bin gerade mal 200 Kilometer von der Kirgisistan-Grenze entfernt und nur 60 Kilometer Luftlinie von der chinesischen Grenze.
Eine andere deutsche Radreisende, die ich beim Hineinfahren in die Stadt traf, empfahl mir das Hostel Aruf – mit einem fairen Preis und sehr leckerem Essen. Da in der Stadt das Internet ausgefallen war und mobile Daten nicht nutzbar waren, folgte ich ihrem Tipp und ging ins Pamir Hotel in Murghob. Dort gab es in der Lobby WLAN, das wahrscheinlich per Satellit empfangen wird, da die Unterkunft staatlich betrieben ist.
Nach längeren Gesprächen mit anderen Radreisenden in der Lobby ging ich am späten Abend zurück in meine Unterkunft und fiel müde ins Bett.







