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Freier Tag in Samarkand: Free Walking Tour und Lichtshow am Registan

Am heutigen Morgen stand ich für einen Radfahrer-ruhetag relativ früh auf – um 7:30 Uhr, um pünktlich um 8:00 Uhr frühstücken zu können und um 9:00 Uhr am Treffpunkt der Free Walking Tour in Samarkand zu sein. Die Zeit hatte ich jedoch etwas unterschätzt, sodass ich etwa eineinhalb Kilometer joggen musste, um rechtzeitig anzukommen.

An der Tour nahmen neben mir drei Chinesen, ein Deutscher und ein Österreicher teil. Mit dem deutschen und dem österreichischen Teilnehmer, die zusammen reisten, verstand ich mich sofort sehr gut. Sie verbrachten einige Tage Urlaub in Usbekistan.

Die dreieinhalbstündige Tour war äußerst informativ. Besonders beeindruckten mich die prächtigen Moscheen und Mausoleen der Stadt. Nach der Tour kehrte ich gemeinsam mit den beiden deutschsprachigen Reisenden in ein Café ein, um bei einem Stück Kuchen eine kleine Pause einzulegen und mich von der langen Stadtführung zu erholen. Die Sonne schien an diesem Tag stark, jedoch hielt sich die Hitze mit angenehmen 30 Grad in Grenzen.

Im Anschluss besuchten wir zu dritt noch das Schahi-Sinda-Ensemble, eine Ansammlung zahlreicher Mausoleen an einem Ort. Wir fotografierten ausgiebig und bewunderten die beeindruckende Architektur. Danach trennten sich unsere Wege, und jeder von uns nahm ein Yandex-Taxi zu seiner Unterkunft. Zum Vergleich: Meine Fahrtstrecke von etwa fünf Kilometern bei einer Fahrzeit von rund 15 Minuten kostete inklusive Trinkgeld lediglich 70 Cent – ein wirklich erstaunlich günstiger Preis.

Zurück in meiner Unterkunft gönnte ich mir eine Pizza zum Abendessen. Danach putzte ich mein Fahrrad sowie meinen Riemen, den ich am nächsten Tag wieder einsprühen wollte. Dafür musste er zuvor gründlich gereinigt und über Nacht trocknen.

Im Anschluss schnitt ich zwei einhalb Stunden lang die täglichen Kurzvideos der vergangenen Woche. Später am Abend machte ich mich erneut auf den Weg, um pünktlich um 21:00 Uhr die Lichtshow vor der Madrese am Registan-Platz zu sehen. Dort hatten sich bereits viele Menschen versammelt.

Die Show war schlichtweg atemberaubend: Riesige, scharfe Projektionen wurden auf die historischen Gebäude geworfen und erzählten animiert die Geschichte der Seidenstraße, die Entstehung Usbekistans sowie die Entwicklung der Welt. Die Darbietung war äußerst professionell und beeindruckend.

Offenbar hatte ich die vorherige Vorstellung, die etwa 20 Minuten dauert, am Vortag verpasst und nur eine kleinere Lichtershow gesehen.

Während der Show sprach mich ein Usbeke an, der sein Deutsch verbessern wollte. Er erzählte, dass er seit acht Monaten Deutsch lernt und in Deutschland studieren möchte, um Lektor zu werden. Deshalb komme er jeden Abend an diesen Platz, wo viele Touristen und auch Deutsche sind, um mit ihnen zu sprechen und so seine Sprachkenntnisse zu festigen. Sein Deutsch war für die kurze Lernzeit bereits sehr gut und die Unterhaltung war weit mehr als nur einfache Grundlagen.

Lustigerweise hatte ich kurz zuvor bei einem Essen mit einem anderen Mann ein ähnliches Gespräch geführt, der ebenfalls nach Deutschland gehen will, um als Lektor zu arbeiten und aus diesem Grund seit Monaten Deutsch lernt. Ob ich da etwas verpasst habe oder warum so viele Usbeken diesen Beruf anstreben, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall finde ich es bemerkenswert, wie engagiert sie sind und wie schnell sie Fortschritte machen.

Zum Schluss traf ich die beiden deutschsprachigen Teilnehmer der Walking Tour wieder. Gemeinsam holten wir uns noch eine Falafelrolle und als krönenden Abschluss des Tages genoss ich ein Walnuss-Eis.