Von der Sandpiste zurück zum Fluss – Hitze, Staub und ein Naturparadies
Am nächsten Morgen setzte ich meine Reise fort. Nach einem recht spartanischen Frühstück machte ich mich auf den Weg zur Straße Richtung turkmenischer Grenze, die mich zurück auf die Hauptstraße führen sollte. Doch bereits nach wenigen Kilometern bereute ich meine Entscheidung – die Straße war in einem katastrophalen Zustand. Über fast 90 Kilometer musste ich mich durch tiefe Schlaglöcher und zerfurchte, bröckelnde Asphaltreste kämpfen. Es war anstrengend und forderte höchste Konzentration, um nicht vom Rad geschleudert zu werden.
Umso erleichterter war ich, als ich endlich die Hauptstraße erreichte, die in Richtung Buchara führte. Trotz der großen Hitze und Temperaturen von über 37 Grad wehte ein angenehmer Wind. So schaffte ich an diesem Tag weitere 60 Kilometer. Kurz bevor die Sonne unterging, kehrte ich in ein kleines Restaurant ein, um mir etwas zu trinken zu holen. Dort wurde mir spontan eine Übernachtungsmöglichkeit angeboten – das passte perfekt, denn ich wollte sowieso in der Nähe des Amudarja-Flusses übernachten, der sich nur zwei Kilometer entfernt durch die Wüste schlängelte.
Ich nahm das Angebot gerne an und bekam zunächst die Gelegenheit, mich zu waschen. In einem Eimer mit warmem Wasser konnte ich mich ganz in Ruhe mit einer Schöpfkelle reinigen – eine Wohltat nach der staubigen und heißen Etappe. Auch meine durchgeschwitzten Radsachen wusch ich aus und hängte sie in die glühende Spätnachmittagssonne – bei diesen Temperaturen trocknet alles in Windeseile.
Da ich unbedingt noch zum Fluss wollte, machte ich mich mit meiner Kameraausrüstung auf den Weg. Nach einem kurzen Marsch von zwei Kilometern erreichte ich die Uferzone mit ihren angrenzenden Seen. Das Leben dort pulsierte. Ich konnte viele Vögel beobachten: Nachtreiher, verschiedene Seeschwalben, Stelzenläufer, zahlreiche Limikolen – und sogar wieder einen Blauwangenspint. Auch die Insektenwelt war aktiv, und überall quakten Frösche. In dieser friedlichen Naturkulisse genoss ich die letzten Sonnenstrahlen und beobachtete, wie sich der Tag in die blaue Stunde verabschiedete.
Auf dem Rückweg zum Restaurant verlief ich mich leicht, da ich das Haus vom Weg aus nicht erkennen konnte – es lag etwas versteckt am Hang. Ich kam etwa 500 Meter oberhalb des eigentlichen Wegpunkts wieder heraus. Aber der Umweg hatte auch sein Gutes: Ich entdeckte viele kleine Käfer, eine Wüstenschlange und weiteres spannendes Getier, das im Sand lebte.
Wieder am Restaurant angekommen, wurde mir kostenlos ein warmes Abendessen serviert. Ich konnte richtig entspannen. Zum Schlafen wurde mir ein separater Raum mit einer einfachen, dünnen Matratze auf dem Boden angeboten – mehr brauchte ich nicht. Zufrieden und voller Eindrücke schlief ich ein.










