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Ein Umweg nach Xiva – Begegnungen, Hitze und ein lohnendes Ziel

Auch an diesem Morgen stand ich wieder früh auf und kam um 6:30 Uhr los. Gerade einmal fünf Kilometer gefahren, traf ich einen Baustellenarbeiter, der an der Bahnlinie arbeitete. Wir unterhielten uns sehr nett – er war sichtlich interessiert an meiner Reise und daran, was ich mit dem Fahrrad hier mache.

Nur zwei Kilometer weiter, kurz vor der großen Straße, sprang plötzlich eine Gruppe von sieben Männern aus einem Daewoo Damas – diesen kleinen Kastenwagen, die hier überall unterwegs sind. Sie machten jede Menge Fotos mit mir, boten mir ihre Gastfreundschaft für meinen Aufenthalt in Samarkand an und verschwanden dann wieder, um die Straße zu vermessen. Diese spontane Begegnung hat mich einmal mehr begeistert – es ist einfach schön, wie freundlich und offenherzig die Menschen hier sind.

Einer der Männer empfahl mir, nicht der direkten Straße zu folgen, sondern einen Schlenker über Xiva zu machen. Ich nahm den Tipp an und bog nach etwa 30 Kilometern von der Hauptstraße in Richtung Stadt ab. Die Straßen wurden allerdings zunehmend schlechter – je weiter ich fuhr, desto holpriger, kaputter und anstrengender wurde die Strecke. Eigentlich hatte ich nicht vor, die gesamte Etappe bis Xiva noch heute zu fahren, entschied mich dann aber doch dazu, durchzuziehen.

Bei der Hitze musste ich einige kürzere Pausen einlegen. Gegen 17:00 Uhr kam ich schließlich in Xiva an – mit 150 gefahrenen Kilometern in den Beinen. Google Maps schickte mich zunächst an einen falschen Ort, wo angeblich ein Hotel sein sollte. Leider lag es genau auf der anderen Seite der Stadt. Da ich keine Lust mehr auf weitere zehn Kilometer hatte, nahm ich ein Einzelzimmer in einem nahegelegenen Hostel. Es lag zudem deutlich näher an der Altstadt.

Nach einer gründlichen Dusche – Sonnencreme, Schweiß und Staub hatten sich gut angesammelt – machte ich mich auf, die beeindruckende Altstadt zu erkunden. Die historische Architektur war wirklich atemberaubend. Am Abend gönnte ich mir einen Kuchen und frischen Karottensaft in einem kleinen Café, bevor ich in einem Restaurant noch gefüllte Teigtaschen mit Pilzen und Ei bestellte – eine usbekische Spezialität, die meistens mit Fleisch serviert wird, hier aber auch vegetarisch angeboten wurde.

Vollkommen erschöpft, aber zufrieden, fiel ich schließlich ins Bett.