Ein neuer Rhythmus – Frühstart in die Weite
Heute stellte ich mir den Wecker auf 6:00 Uhr. Ich wollte meine Strategie ändern: früher aufstehen, bei Sonnenaufgang losfahren – bevor die Hitze des Tages unerträglich wird. Das Frühstück war ein Geschenk: frische Eier von den eigenen Hühnern, selbstgebackenes Brot, köstliche Marmelade. Es stärkte mich für den anstehenden Tag. Zwei Flaschen Wasser bekam ich noch mit auf den Weg, ich verabschiedete mich herzlich von meinen Gastgebern – und los ging es.
Mein erstes Ziel war ein kleines Hochplateau, das auf rund 300 Höhenmetern lag. Der Aufstieg war in der morgendlichen Wärme noch gut machbar und sogar angenehm. Oben angekommen eröffnete sich ein atemberaubender Blick über die weite, scheinbar endlose Ebene. Der Weg führte mich über geschwungene Straßen weiter – mit leichtem Rückenwind und stetigem Gefälle. Ich kam zügig voran.
Nach 70 Kilometern erreichte ich das nächste Dorf, wo ich direkt meine Wasservorräte auffüllte – insgesamt 8 Liter. Das war auch nötig, denn die nächste Siedlung lag über 100 Kilometer entfernt. Für diese Strecke musste ich gut vorbereitet sein.
Dank des Rückenwinds und des leichten Gefälles fuhr es sich angenehm – doch mit steigender Sonne stieg auch die Hitze. Gegen Mittag kletterte das Thermometer über 35 °C. Ich legte immer wieder Pausen ein, um meinen Körper nicht zu überfordern. Die trockene Luft, die Hitze, das schwere Fahrrad – und dazu die 8 Liter Wasser – all das kostete Kraft.
Nach rund 140 Kilometern, gegen 16:30 Uhr, beschloss ich, Schluss für heute zu machen. Ich entdeckte von der Straße aus einen schmalen Weg, der zu einigen Kieshügeln führte – ein perfekter Platz: geschützt, ruhig und nicht einsehbar. Ein idealer Ort zum Zelten.
Links und rechts raschelten Ziesel durchs Gestrüpp, Lerchen sangen in der Luft, kleine Käfer krabbelten um meine Füße. Auf einem Kieshügel balzte ein Wiedehopf, und Bienenfresser zogen ihre Kreise am Himmel. Trotz der großen Hitze fühlte ich mich in diesem Moment tief verbunden mit der Natur, ja fast geborgen.
Ich machte in Ruhe meine Abendroutine, aß Brot mit Erdnussbutter, und kroch müde, aber zufrieden in mein warmes Zelt. Der Schweiß lief mir noch bis spät in die Nacht über die Haut – aber ich schlief schnell ein.





