Ein frostiger Start und ein warmes Herz
In der Nacht hatte es viel geregnet, und am Morgen waren die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Der Regen war über Nacht zu Eis geworden, das sich wie eine Schicht Glas über mein Zelt gelegt hatte. Nachdem ich mein Frühstück am Ufer des Salzsees gegessen hatte – ein magischer Ort, gerade in dieser morgendlichen Kälte – packte ich meine Sachen zusammen. Heute stand eine große Etappe bevor.
Zunächst fuhr ich noch einige Kilometer entlang des Toz Gölü, dann ging es langsam hinein in die Berge. Kaum hatte ich ein paar Höhenmeter gemacht, fuhr ich an einem Gemeindehaus vorbei, aus dem mir ein Mann zuwinkte. Er bat mich in die warme Gemeindestube und servierte mir zwei Gläser Tee. Wir versuchten, so gut es ging, miteinander zu sprechen – ein schönes, kleines Gespräch, das mir gut tat.
Ein paar Kilometer weiter begegnete ich einem älteren Mann, der mit dem Auto an mir vorbeifuhr, kurz anhielt und ausstieg. Irgendwie erkennen die Leute sofort, dass ich Deutscher bin. Er erzählte mir, dass er 17 Jahre in Hotels in Österreich gearbeitet hat und danach noch 17 Monate in einer Fischfabrik in Deutschland war. Es war ein richtig herzliches Gespräch, das mir den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf ging – diese Offenheit und Freundlichkeit der Menschen hier bewegt mich immer wieder.
Die Route führte mich weiter durch kleine Bergdörfer und über das erste von zwei Bergmassiven. Danach ging es ein Stück durch ein Tal, bevor der zweite, noch etwas steilere Abschnitt begann, der mich schließlich näher und näher an Kapadokien heranführte.
Die heutigen Anstiege waren zahlreich. Sie waren zwar nicht sehr lang, aber oft sehr steil – eine echte Herausforderung für Beine und Kopf. Als ich am Abend in Göreme ankam, zeigte mein Tacho über 1.700 Höhenmeter und fast 130 Kilometer. Ich war fix und fertig, aber auch unglaublich zufrieden.
Ich suchte mir ein schönes Plätzchen für mein Zelt – mit perfekter Aussicht auf die zerklüfteten Berge Kapadokiens. Ich hoffe, dass morgen früh die Ballons starten – auch wenn Schnee angesagt ist. Es wäre ein krönender Auftakt für das nächste Kapitel dieser Reise.








