Vom Aufwachen im Gebetsraum bis zur Küstenstrasse am blauen Mittelmeer
Heute Morgen wachte ich in meinem kleinen Apartment, dem Gebetsraum, angenehm im Trockenen auf. Die Sonne ging wunderschön auf, weshalb ich die Gelegenheit nutzte, meine Drohne über die malerische Kulisse fliegen zu lassen. Danach gönnte ich mir ein kleines Frühstück. Ein Straßenhund näherte sich vorsichtig und leistete mir Gesellschaft. Währenddessen erblickte ich in der Ferne einen Schäfer, der mit seinen Schafen und Ziegen über die weiten Felder der Hochebene zog. Die Sonne stieg weiter empor, und meine noch feuchten Kleidungsstücke vom Vortag begannen langsam zu trocknen, während ich auf meinem Stuhl die Aussicht genoss.
Der heutige Tag führte mich wieder über zahlreiche Berge auf dem Weg zum Mittelmeer. Als ich dort ankam, war die Sonne so stark, dass ich mir zuerst etwas Sonnencreme auftragen musste. Während ich entlang der Küste fuhr, traf ich auf Tahir, der mit seinem Gravel-Bike unterwegs war. Er lud mich ein, mit ihm einen Tee zu trinken, um in Ruhe sprechen zu können, da es auf dem Fahrrad bei der stark befahrenen Straße schwierig war. Tahir erzählte mir, dass er Polizeibeamter ist und heute eine Ausfahrt gemacht hat, da er Nachtschicht hat. Er lebt in Tash, einer Stadt, die er als die schönste der Türkei empfindet. Tahir riet mir, besonders vorsichtig zu sein, damit mich keine Autos oder Lkw auf den Straßen übersehen. Besonders spannend war, dass er seit seinem 20. Lebensjahr zehn Jahre lang in der Sondereinheit der Polizei und des Militärs tätig war und nun bereits seit fünf Jahren als Polizei Officer arbeitet. Er erwähnte, dass er mit 40 Jahren in Rente gehen wird, was in der Türkei aufgrund der langen Arbeitstage von bis zu 12 Stunden täglich nach 20 Jahren Dienst üblich ist. Dies führt jedoch zu Fragen über den Lebensstandard, den eine solche Rente ermöglicht.
Leider hatte ich meine Radkappe im Restaurant vergessen, in dem Tahir mich sogar noch zum Essen eingeladen hatte. Als ich erst bei meinem nächsten, anspruchsvollen Anstieg mit über 500 Höhenmetern bemerkte, dass sie fehlte, war es nicht mehr möglich, umzukehren. Glücklicherweise organisierte Tahir alles für mich und sorgte dafür, dass ich die Kappe in Demre an der Bushaltestelle des Busbahnhofs abholen konnte. Also ließ ich mein Zelt mit all meinen Sachen am Strand zurück und fuhr in die Stadt. Auf dem Weg dorthin entdeckte ich einen Laden, der Cıgköfte anbot, was mir als Vegetarier empfohlen wurde. Ich bestellte mir drei dieser köstlichen Gemüserollen und ein Getränk, um mich für den Abend zu stärken. Es war ausgesprochen lecker und zu einem sehr fairen Preis – für die drei Rollen und einen Liter Getränk bezahlte ich lediglich 7,80 €, was für die Menge sehr günstig war.
Nach dem köstlichen Mahl machte ich mich auf den Rückweg zum Strand, allerdings navigierte ich zunächst zum falschen Strand. Nach einem kurzen Umweg fand ich schließlich mein Zelt wieder, und zum Glück war alles an seinem Platz. Der Tag war nach den vielen Bergen, die ich mit insgesamt 2200 Höhenmetern und 115 km zurückgelegt hatte, sehr anstrengend, und ich freute mich darauf, mich in meine Abendroutine zu begeben und den Tag mit einer wohlverdienten Nachtruhe zu beenden.

