Frühstück am Vogelsee auf dem Weg durch die griechische Offenlandschaft zum Meer
Beim Frühstück in atemberaubender Kulisse – ausgerüstet mit meinem Swarovski Optik CL Companion 10×32-Fernglas – konnte ich die Vogelwelt aus nächster Nähe beobachten. Der Hund von der vergangenen Nacht kehrte ebenfalls zurück. Solange man ihm jedoch deutlich macht, wer hier die Rangordnung bestimmt, bleibt er gelassen. Zeigt man hingegen Unsicherheit oder flüchtet, wird sein Jagdtrieb geweckt und er verfolgt bellend. Sollte ein Hund beim Radfahren plötzlich angreifen, halte man sofort an, rufe laut und schaffe notfalls mit Kieselsteinen oder einem Stock Abstand. Hunde handeln nicht aus Bosheit, sondern aus Furcht und können ein Fahrrad als Bedrohung missverstehen.
Nachdem ich mein Zelt aus dem Seesand abgebaut hatte, führte mich die Route ins griechische Inland. In Serres besorgte ich im Fahrradladen Ersatzschläuche und versandte meine professionelle Filmdrohne nach Deutschland, da für Drohnen über 500 g in der Türkei und den folgenden Ländern strenge Vorschriften gelten.
Vorbei an weiten Feldern näherte ich mich den Lekani-Bergen. Die 1.298 Meter hohen Gipfel waren noch schneebedeckt und wirkten in der Landschaft majestätisch. Ich hatte nicht erwartet, noch bis Kavala vorzudringen, da ich auf dem letzten großen Pass nach einem geeigneten Lagerplatz suchte. Doch die zunehmende Besiedlung ließ keine geeignete Stelle finden, sodass ich weiter talwärts fuhr.
Oben am Pass traf ich auf Nika, der von Kavala zurück nach Drama unterwegs war. Er hatte an einem Aussichtspunkt mit Blick auf die Ebene Rast gemacht. Während ich mich mühsam mit einer Steigung von zehn Prozent an ihm vorbeischob, sprach er mich an. Unser Gespräch war herzlich: Er schenkte mir ein Viertel seiner eingepackten Pizza und machte ein Foto von mir, um es seinen Freunden zu zeigen. Nika empfahl mir, den White Beach hinter Kavala anzusteuern.
Da bereits Sonnenuntergang war und die Temperaturen spürbar sanken, biss ich die Zähne zusammen und radelte weitere zehn Kilometer – obwohl mein Tageskilometerstand bereits 120 km erreicht hatte. Am White Beach angekommen, wurde ich erneut von einem freundlichen Straßenhund begrüßt, der mich bis zur Abendroutine bewachte. Ich erreichte den Strand erst 45 Minuten nach Sonnenuntergang und fror so sehr, dass ich mich umgehend in meinen Schlafsack verkroch. Erst spät in der Nacht kehrte die Wärme zurück.





