Tag
1

Die Nacht war leider alles andere als erholsam. Immer wieder wurde ich durch starken Wind und Regen geweckt. Schließlich entschied ich mich bereits um 6:30 Uhr aufzustehen, meine Sachen zu packen und weiterzufahren.

Das Abbauen des Zeltes gestaltete sich äußerst mühsam. Da ich mein Zelt auf dem einzigen kleinen Stück Erde dieser Geröllhalde aufgeschlagen hatte, verwandelte sich der Untergrund durch den Regen in schlammigen Morast. Zudem hatte sich an dieser Stelle eine kleine Senke gebildet, sodass sowohl meine Schutzplane als auch der Zeltboden komplett durchnässt waren. Zum Glück blieb ich selbst trocken, da ich auf meiner Isomatte lag – aber das war wirklich eine unbequeme Erfahrung. Nachdem ich alles provisorisch vom Schlamm befreit und notdürftig getrocknet hatte, konnte ich endlich aufbrechen.

Nach einigen Kilometern entlang der Küste erreichte ich, umgeben von einer beeindruckenden Berglandschaft, die Grenze zu Albanien. Die Grenzkontrolle verlief erneut problemlos. Doch kaum hatte ich die Grenze überquert, spürte ich sofort, dass hier vieles anders war: Ich sah die ersten Straßenhunde, bemerkte überall große Mengen Müll und stellte fest, dass die Menschen hier deutlich ärmer waren. Das zeigte sich vor allem an den einfachen Häusern und der teils maroden Infrastruktur.

Sowohl in Montenegro als auch in Albanien war das Fahren mit dem Fahrrad größtenteils nur auf den großen Straßen möglich – Alternativrouten gab es kaum oder wären mit riesigen Umwegen und kaum befahrbaren Wegen verbunden gewesen.

Am Abend folgte ich dem Fluss Mat, der nordöstlich von Tirana liegt, und fuhr hinauf in die Berge. Ursprünglich hatte ich nicht erwartet, dass ich an diesem Tag so weit kommen würde – doch am Ende standen über 140 Kilometer und 1.400 Höhenmeter auf dem Tacho. Als die Dämmerung einsetzte, fand ich einen kleinen Vorsprung mit atemberaubender Aussicht auf den sich durch das Tal schlängelnden Fluss und baute dort mein Zelt auf.

Erschöpft, aber zufrieden, kochte ich mir Nudeln mit leckerem grünem Barilla-Pesto und aß dazu etwas Obst. Die Kombination ist mir wichtig – eine ausgewogene Ernährung sorgt nicht nur für die richtige Energiezufuhr, sondern hält auch die Verdauung im Gleichgewicht.