Neue Zuversicht im Regen von Dunedin
Nachdem ich in der Nacht intensiv versucht hatte, meine Faszien zu lockern, wachte ich am Morgen mit einem deutlich besseren Gefühl im Knie auf. Draußen regnete es in Strömen. Schnell huschte ich vom kleinen Gartenhäuschen, in dem ich untergebracht war, hinüber ins warme Wohnhaus meiner Gastgeber, um mir Frühstück zu machen.
Dank meines Einkaufs vom Vortag erwartete mich ein reichhaltiger Start in den Tag: Apfel, Banane, Müsli, Joghurt, Brot mit Erdnussbutter und weitere Früchte. Diese Mischung zauberte mir ein ehrliches Lächeln ins Gesicht – endlich wieder Energie und Appetit.
Nach dem Frühstück wusch ich meine Kleidung in der Hoffnung, dass sie in der warmen Wohnung bis zum Abend trocknen würde. Anschließend setzte ich mich an meine Website, um die letzten Blogeinträge zu aktualisieren. Für etwa sieben Tage Reisebericht benötige ich im Schnitt rund eine Stunde – auch heute nahm es diese Zeit in Anspruch.
Danach standen noch einige kleinere Wartungsarbeiten am Fahrrad an. Eine besonders wichtige Aufgabe war es, die aktuellen Karten von Neuseeland und den kommenden Ländern auf mein Garmin-Gerät zu laden – etwas, das ich vor der Abreise vergessen hatte. Dafür brauchte ich jedoch einen Computer. Glücklicherweise durfte ich den Laptop meiner Gastgeber nutzen und konnte das Problem endlich beheben.
Am Abend gab es Pasta mit einer Meeresfrüchtesauce und Gemüse, gefolgt von Pancakes mit Obst als Dessert. Es tat gut, nicht nur körperlich, sondern auch kulinarisch versorgt zu sein.
Da sich mein Knie inzwischen deutlich besser anfühlte, entschied ich mich trotz des anhaltenden Regens zu einer kleinen Testfahrt. Vom Hügel in Dunedin, auf dem meine Gastgeber wohnen, rollte ich hinunter zum Hafen und anschließend über mehr als 100 Höhenmeter auf weniger als einem Kilometer wieder hinauf. Selbst nach dieser Belastung blieb ich schmerzfrei.
Zum ersten Mal seit Tagen hatte ich wieder echte Zuversicht. Ich fasste den Entschluss, am nächsten Tag einen Neustart zu wagen. Um die Strecke, die ich per Anhalter zurückgelegt hatte, noch einmal bewusst mit dem Fahrrad zu fahren, buchte ich ein Busticket zurück nach Oamaru.
Ein kleiner Schritt – aber für mich ein bedeutender Neubeginn.

