Tag
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Unerwarteter Rückschritt – zurück nach Twizel

Heute startete ich relativ früh in den Tag. Ich war zeitig aufgestanden und hoffte, dass sich mein Knie über Nacht erholt hatte. Anfangs fühlte es sich tatsächlich besser an – doch dieser Eindruck hielt nicht lange. Bereits nach etwa 20 Kilometern kamen die Schmerzen zurück. Kurz darauf wurden sie so stark, dass ich meine Fahrt rund vier Kilometer hinter der Stadt Twizel abbrechen musste. Schweren Herzens drehte ich um und fuhr zurück in die Stadt, wo ich mich spontan in ein Hostel einquartierte.

Bis zum Check-in musste ich jedoch noch einige Stunden warten. Diese Zeit verbrachte ich draußen in der Sonne und machte mir Gedanken darüber, wie ich mit den Beschwerden weiter umgehen sollte. Es war frustrierend, so abrupt ausgebremst zu werden.

Um 14:00 Uhr konnte ich schließlich mein Bett beziehen. Ich brachte meine Fahrradtaschen ins Zimmer, stellte mein Fahrrad in einem abgetrennten Bereich sicher unter und richtete mich für die nächsten Tage ein.

In meinem Zimmer lernte ich Bernadita kennen, eine chilenische Backpackerin. Wir kamen schnell ins Gespräch und verstanden uns gut. Da ich definitiv mindestens einen weiteren Pausetag einlegen musste – mein Knie fühlte sich weiterhin nicht stabil an – schlug sie vor, am nächsten Tag gemeinsam mit ihrem gemieteten Auto noch einmal zu den beiden Seen zu fahren, an denen ich bereits mit dem Fahrrad gewesen war. Ich nahm die Einladung gern an. Zum einen hatte ich ohnehin keine anderen Pläne, zum anderen hoffte ich, dass mich der Tapetenwechsel etwas von den kreisenden Gedanken um mein Knie ablenken würde.

Am Abend saßen Bernadita, ein deutscher Backpacker und ich gemeinsam draußen auf der Veranda des Hostels und unterhielten uns über Gott und die Welt. In dieser entspannten Atmosphäre klang der Tag schließlich ruhig aus.