Rückkehr nach Singapur und plötzlich im Gefängnis in Singapur
Am Morgen hatte ich ehrlich gesagt keine Lust mehr, erneut viele Höhenmeter auf der Insel hoch und runter zu fahren. Für den letzten Tag gönnte ich mir deshalb die 75 Kilometer bis zum Fährhafen mit dem Auto. Dort angekommen, wartete ich auf die Fähre und fuhr zurück nach Singapur.
In Singapur ging es wie gewohnt durch die Sicherheitskontrollen. Als die Beamten in meinem Gepäck zwei Muscheln und einen Stein fanden, erklärten sie mir, dass ich diese nicht ins Land einführen dürfe und dass dies in Singapur sogar eine Straftat sei. Als sie anschließend auch noch mein Pfefferspray entdeckten – das ich während der gesamten Reise immer in meinem Trikot mitgeführt hatte – wurden sie deutlich nervöser. Pfefferspray fällt in Singapur unter das Waffengesetz und darf weder eingeführt noch mitgeführt werden.
Ich wurde daraufhin kurzfristig in eine Gewahrsamszelle gebracht. In diesem Moment wusste ich nicht, was nun mit mir passieren würde. Zunächst wurde ich von zwei Grenzpolizisten befragt. Kurz darauf kamen zwei weitere Beamte der örtlichen Polizei, die mir im Grunde dieselben Fragen noch einmal stellten. Danach musste ich erneut warten.
Nach einiger Zeit erschien eine Mitarbeiterin der Naturschutzbehörde. Sie erklärte mir ausführlich, dass Muscheln und Steine nicht eingeführt werden dürfen und nun vernichtet werden müssten. Ich musste dies mit meiner Unterschrift bestätigen. Wieder verging einige Zeit, bis schließlich ein Kriminaloberkommissar an der Grenzstelle erschien. Auch er stellte mir Fragen dazu, warum ich diese Dinge bei mir hatte.
Irgendwann wurde ich schließlich mit meinem Fahrrad freigelassen. Mir wurde jedoch gesagt, dass ich mich noch beim Hauptrevier der Polizei in Singapur melden müsse. Dort führte ich erneut ein Interview mit dem Kriminaloberkommissar, bei dem mein gesamter Sachverhalt aufgenommen wurde. Danach durfte ich gehen und fuhr zu meinem Warmshowers-Host in den Norden Singapurs nach Woodlands.
Kaum war ich in meinem Zimmer angekommen, erhielt ich einen Anruf über WhatsApp vom Polizisten. Das Interview sei technisch nicht gespeichert worden und müsse erneut durchgeführt werden. So trafen wir uns abends um 22:00 Uhr auf einem Parkplatz in einer Hochhaussiedlung und führten das Gespräch noch einmal. Die Situation war etwas surreal – ein polizeiliches Interview mitten in der Nacht auf einem Parkplatz.
Danach konnte ich schließlich beruhigt ins Bett gehen. Da mein Reisepass vorerst einbehalten wurde und die Angelegenheit noch von einer höheren Stelle geprüft werden muss, hoffe ich nun, dass ich ihn rechtzeitig vor meinem Rückflug in ein paar Tagen zurückerhalte.





