Abschiedsvorbereitungen und Singapur erleben
Heute Morgen wachte ich sehr ausgeschlafen auf. Zum Frühstück machte ich mir ein Müsli mit Mango, Apfel und Banane – genau so, wie ich es auch zu Hause täglich esse. Beim Radreisen ist ein so gesundes Frühstück eher selten möglich, da man alles mitnehmen muss und die Zutaten nicht überall verfügbar sind. Danach gab es noch etwas Brot mit Erdnussbutter – ein perfekter Start in den Tag.
Anschließend begann ich mit der Organisation der Fahrradbox für meinen Rückflug nach Deutschland. Ich telefonierte mehrere Fahrradläden in Singapur ab, doch keiner hatte eine passende Box. Schließlich wurde ich fündig: Ein Trek Store in Woodlands hat sich genau darauf spezialisiert und bietet einen kompletten Verpackungsservice inklusive Fahrradbox an. Das war meine einzige realistische Option, wenn ich mir nicht selbst etwas zusammenbasteln wollte.
Der Service inklusive Fahrradbox, Verpackung und Transport von mir, meinem Fahrrad, den Fahrradtaschen und der Box würde insgesamt 100 € kosten. Eine ordentliche Summe – gerade in Asien könnte man davon mehrere Wochen leben. Da meine Reise für dieses Jahr nun aber zu Ende ist, war das für mich die stressfreiste und sinnvollste Lösung, um problemlos nach Hause zu kommen.
Nachdem das organisiert war, öffnete ich alle Taschen und verteilte schwere Gegenstände auf mein Handgepäck, das ich im Flugzeug mitnehmen werde. Mein aufgegebenes Gepäck mit den Fahrradtaschen muss unter 25 kg bleiben – ein kleines Tetris-Spiel, das ich mittlerweile gut beherrsche.
Zum Mittagessen ging ich zu einem kleinen Imbiss um die Ecke und aß eine Portion Reis. Danach fuhr ich mit der Metro zur Marina Bay. Dort schlenderte ich zunächst durch die Gardens by the Bay, die wirklich wunderschön und sehr besonders gestaltet sind. Anschließend lief ich rund um das Marina Bay Sands und entlang der beeindruckenden Hochhaus-Skyline, bis ich bei einem Hawker Center ankam. Dort gönnte ich mir bei einem indischen Stand ein leckeres Curry mit Reis.
Währenddessen setzte starker Regen ein. Da ich nur sehr dünne Schuhe trug, waren diese sofort durchnässt. Weil es aber weiterhin sehr warm war, störte mich der Regen kaum. Ich lief durch die Straßen von Chinatown und fuhr anschließend noch zwei Stationen mit der Metro nach Little India. Dort besuchte ich einen hinduistischen Tempel, der extrem reich verziert war. Viele Gläubige verrichteten gerade ihre Gebete, was eine sehr eindrucksvolle und ruhige Atmosphäre erzeugte.
Danach nahm ich mir ein Taxi zurück Richtung Marina Bay Gardens. Die Fahrt kostete ganze neun Euro – für mich extrem teuer im Vergleich zu den Ländern, die ich in den letzten Monaten bereist habe. Ich wollte jedoch unbedingt rechtzeitig zur abendlichen Lichtshow an den großen, kunstvollen, beleuchteten Palmeninstallationen dort sein. Es war eine Punktlandung: Wenige Minuten nach meiner Ankunft begann die Show. Trotz des leichten Regens war die Atmosphäre im parkähnlichen Dschungel mit Licht, Musik und feuchter Luft etwas ganz Besonderes.
Nach der Show fuhr ich etwa 40 Minuten mit der Metro zurück nach Woodlands zu meiner Unterkunft. Am Abend kochte ich mir noch Nudeln, die ich bereits seit drei Tagen mit mir herumgetragen hatte – ein Rest aus Kuala Lumpur. Glücklicherweise waren sie noch gut. Aus purer Faulheit aß ich sie kalt.
Danach ging es müde, zufrieden und mit einem langsam einsetzenden Abschiedsgefühl ins Bett.












